CCXP 2019 – Rückblick

Vom 27. bis 30. Juni, fand dieses Jahr erstmalig die Comic Con Experience kurz „CCXP“ auf dem Messegelände in Köln statt. Das „ weltgrößte Popkultur Festival“, sorgte im Vorfeld mit fulminanten Ankündigungen für Aufsehen. Egal ob Autoren, Zeichner oder Schauspieler, es wurde mit wirklich großen Namen geworben, die das Nerdherz höher schlagen ließen. Auch eine stetige Online Präsenz gepaart mit einer sympathischen Social Media Kampagne, in der Fragen rasch beantwortet wurden sowie keinerlei (!) Absagen der angekündigten Stars, sorgten dafür,das man sich auf etwas Großes, nie dagewesenes in Deutschland, vorbereiten musste.

Auch das Team vom Blog, wurde von der Euphorie mitgerissen und hat den Besuch der CCXP, wie nichts anderes, herbei gefiebert. Welchen Eindruck die erste CCXP Cologne auf die einzelnen Mitglieder unseres Blogs erweckt hat, das erfahrt ihr in den folgenden Kommentaren!

© CCXP Cologne

Nightwing:

Als die CCXP urplötzlich hierzulande angekündigt wurde, glich es für mich einem Urknall. Man kannte ja nur das brasilianische Original, das jährlich mit riesigen Besucherzahlen und einem großem Staraufgebot für Aufsehen sorgte. Nun bekam Deutschland einen Ableger dieser Con, und das auch noch in der für mich besten Messestadt Deutschlands, Köln.

Leider gab es ein Problem. Sie überkreuzte sich terminlich mit der Comic Con Germany in Stuttgart. Als im „Schwabenländle“ ansässiger Nerd, natürlich im ersten Augenblick sehr ärgerlich. Die beliebte CCG ist für mich ein fester Termin und die einzige Con in meiner Region. Diese terminliche Überkreuzung, ist auch der einzige große Kritikpunkt den ich an der CCXP auszusetzen habe.Stand jetzt, wird dieses „Problem“ im nächsten Jahr auch behoben werden, da beide Messen mit genügend Abstand voneinander stattfinden. Perfekt! Kommen wir nun zu der Veranstaltung. Die CCXP ist absolutes Top-Level und so eine „Comic-Con“ gab es so bisher noch nicht in Deutschland.

In den riesigen, gut klimatisierten und ausgeleuchteten Hallen, gab es große Schauwerte und vieles zu entdecken. Bekannte Verkaufsstände wie u.a. Panini, Sammlerecke oder Elbenwald gab es ebenfalls abzuklappern sowie einen Brettspielbereich und eine Künstler Allee, wo die Creme de La Creme der Comiczeichner und Autoren, Autogramme gab, Sketches anfertigten und sogar für einen kurzen Plausch zur Verfügung standen. Highlights waren für mich aber die Panels.

Im „ Thunder Theater“ gaben sich A-List Hollywood Stars die Ehre und es wurden nicht nur interessante, gut moderierte, Gesprächsrunden abgehalten sondern man bekam auch die Chance etwas abzugreifen ( Stichwort: T-Shirt Bazooka)! Leider, und das muss man bei aller Liebe auch sagen, war es rundherum dennoch ziemlich ruhig und die Besuchermenge, jedenfalls an meinem Besuchstag, hielt sich in Grenzen.

So kam es leider vor, das ganze Areale, wie z.b der Brettspielbereich und einige Verkaufsstände etwas verlassen wirkten. Bitte nicht falsch verstehen, ich liebe ruhige Con-Tage, aber das wirkte z.T echt ein wenig verwahrlost. Das könnte wiederum daran liegen, das die CCXP sich relativ „spät“ angekündigt hat und sich mit der festgesetzten CCG terminlich überkreuzte. Im Großen und Ganzen, kann ich der Organisation der CCXP nur mein vollstes Lob aussprechen und werde mit Sicherheit nächstes Jahr, wieder dabei sein!

King Shark:

Die CCXP war mir vor der Ankündigung der deutschen Version nur kurz vorher ein Begriff, da Panini Comics TV ein wenig vom brasilianischen Original berichtet hat. Als dann das Aufgebot an Gästen nach und nach bekannt gegeben wurde, begann ich hellhörig zu werden. Da waren Comic- und Filmstars dabei, die ich nie bei einer deutschen Con vermutet hätte. Der Info-Fluss der Con zu den Besuchern war gut, wenn auch manchmal etwas spät. Preise für Comic-Künstlerautogramme und Tickets für Fotos/Autogramme waren nur wenige Wochen vorher verfügbar, was aber kein allzu großer Kritikpunkt ist dafür haben keine abgesagt!

Die Veranstaltung in der Kölner Messe ist für mich als Ruhrpottler natürlich gelegen. Man hat zwar die Comic Con in Dortmund (mit ihrem schlechten Ruf) und auch die Comic Action auf der „Spiel“, die natürlich recht klein ist. Eine richtig groß aufgezogene Con in der Nähe der Metropolregion lockt natürlich. Und vorab sei gesagt: die Organisation auf der Messe war super. Es war mega entspannt, man hat überall Präsenz der Mitarbeiter gespürt, die man bei Fragen hätte ansprechen können und so war die Messe selbst auch weiträumig aufgebaut. Leider war das geringe Besucheraufkommen, bedingt durch die Überschneidung mit der Stuttgarter Con, dadurch besonders zu merken. Lobenswert ist auch das große Angebot an Sitzmöglichkeiten für die Besucher, denn irgendwann muss man die Schultern von den schweren Taschen auch mal entlasten.

An Ständen und Attraktionen mangelte es der Con auch nicht. Panini war natürlich da und auch Ketten wie Elbenwald, EMP und Lego gaben sich die Ehre. Schön fand ich auch, dass Zeichner mit Faber Castell und Molotow auch Stände für ihren Bedarf vorfanden und diese sogar coole Promoaktionen wie das Zeichnerbattle veranstalteten. Auch die Diversität mit Brettspielständen sowie massig Tischen und dem Lesecafé muss man lobend hervorheben. Die Attraktionen wie das Pets 2 Café, die Hobbs und Shaw Karossen oder Hagrids Hütte sowie das großflächige 80-Jahre Batman Areal ließen einen schnell die Handys zücken. Die Panels waren unglaublich hochwertig besetzt und haben dank der starken Moderation von Steven Gätjen noch viel professioneller gewirkt.

Doch bei allem Lob muss man auch ein paar Kritikpunkte ansprechen. Den geringen Besucherandrang, den mein Kollege Nightwing anspricht, sehe ich nur bedingt als Kritik, denn das kann bei jeder ersten Veranstaltung auftauchen. Ich fand es aber schade, dass außer Panini keinerlei andere Stände mit Comics vor Ort waren. Hoffentlich setzen sich die Veranstalter mit den Verkäufern an einen Tisch und locken diese mit lukrativeren Angeboten. Und die Promo-Stände zu den Filmen müsste man ein wenig besser aufteilen. Zwar war die Idee des Stands zu „Es – Kapitel 2“ cool, aber im Endeffekt wirkte es etwas aufgebauscht. Die wirklich einzige Enttäuschung war aber die Superman Experience. Die Ankündigung wirkte als wäre ein Teil der Con mit einem „Mini-Museum“ für den stählernen Helden besetzt, doch am Ende war es nur ein Raum in dem ein 2 Minuten Video gezeigt wurde (das auch auf Youtube von DC ist) und eine Superman Figur gezeigt wurde. Das war, nach dem großen Hype, etwas ernüchternd.

Trotz aller Kritik muss man sagen: die CCXP hat einen tollen ersten Eindruck gemacht. Einige Kanten müssen noch geglättet werden, aber im Endeffekt wirkt diese Con wirklich professionell und hoch qualitativ und setzt sich von der Konkurrenz klar ab. Andere werben mit einem Hauch von Hollywood, doch die CCXP war im Vergleich dazu schon eine stärkere Brise. Ich bin sehr zuversichtlich, dass in Zukunft die CCXP ein fester Termin in meiner Jahresplanung werden könnte.

Red Hood:

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Die CCXP war ein Ereignis das man hier in Deutschland noch nicht erlebt hat! Trotz massiven Gegenwind seitens verärgerter RPCler und emotional angetriebenen Fans der bestehenden Comic Con Germany hat das Social Media Team mit schnellen, klaren Antworten und überaus positivem Auftreten im Vorfeld Punkten können.

Der Hype wurde immer größer und es wurde mehr als geliefert. Die CCXP hatte mir erstmals in Deutschland das Gefühl gegeben eine Comic Con auf amerikanischen Niveau zu haben. Ich habe die Con am Donnerstag mit Familie besucht, Freitag mit dem Blog Team und Sonntagnachmittag noch mal um auch Zachary Levi’s Panel noch sehen zu können. Und selbst der Dritte Tag war Freude pur. Die generelle Atmosphäre war trotz teilweise recht geringen Andrangs sehr entspannt und positiv. Vor Ort habe ich auch eigentlich keine Kritik oder Ärger wahrgenommen. Man musste sich schon woanders aufhalten um Kritik zu finden.

Die in meinen Augen oft auch einfach unangebracht war oder teilweise sogar auf falschen Informationen beruhte. Ich war dort mit Kindern und es war toll. Ich war dort mit Freunden und es war toll. Und dann war ich allein dort und auch das war toll. Ich war Comic Creators, nahe die ich in Deutschland gar nicht mehr erwartet hätte. Und ich wurde nicht schnell durchgewunken, sondern hatte Zeit mich mit jedem von Ihnen zu unterhalten. Ich hatte die Gelegenheit jeden Stargast auf der Con zu sehen, auch ohne ein Autogramm oder Fototicket.

Etwas das mir vor allem auf anderen Cons oft etwas negativ auffällt. Das Thunder Theater war ein komplett funktionierendes Kino mit Popcorn und eigenen WCs (die auch stets einen gut gepflegten Eindruck gemacht haben). Dort kam echtes Hollywood Feeling auf der wenn auf der Bühne die großen Stars der Film und Comic Welt Ihre Reden hielten. Man konnte sehr gut tolle Fotos schießen da die Ausleuchtung sensationell war.

Die Stände haben Fahrzeuge und Statuen klasse in Szene gesetzt, Cosplayer Fotos waren leicht zu schießen und auf den Panels konnte man selbst mit einem nicht so lichtstarken Objektiv immer noch locker die Stars fotografieren! Diese waren Dank sensationeller Organisation auch gut gelaunt was sich wieder sehr positiv auf die Gesamtstimmung ausgewirkt hat. Ein Maler der mit seinem Stand vor Ort war erzählte sogar davon wie Zachary Levi (Shazam) beim Stöbern durch die Halle plötzlich vor seinem Stand war und sich angeregt mit Ihm über seine Kunst unterhielt.

Zum ersten Mal hatte ich nicht das Gefühl Eintritt zu bezahlen um noch mehr Geld an Verkaufsständen auszugeben, sondern das ich ein tolles Programm in toller Atmosphäre bekomme, wo ich das Gefühl hatte als Gast wirklich geschätzt und umworben zu sein und man mir Dinge nicht einfach vorsetzt, sondern Sie mir groß und episch präsentiert! Egal wie, die CCXP ist für mich nun ein fester Termin!

Als letztes möchte ich aber noch anmerken das es einfach keine gute Idee ist die CCXP mit anderen Cons in Deutschland zu vergleichen. Dafür ist die ganze Art und mit Sicherheit auch das Budget mit dem gearbeitet wird viel zu unterschiedlich! Also lasst uns lieber genießen was uns Freude bringt, statt sinnlos Äpfel und Birnen zu vergleichen. Mit getrennten Terminen ist das ja glücklicherweise auch nicht mehr nötig.

Constantine:

Der vorangegangene HYPE der CCXP hatte mich erst recht spät erfasst doch durch Gäste Ankündigungen wie Brian Azzarello, David Finch und Zachary Levi wurde ich sehr Hellhörig und die Vorfreude stieg ins unermessliche.

Die Social Media Abteilung hat im Vorfeld richtig gute Arbeit geleistet, wurden Anfragen über Facebook meistens binnen einer Stunde beantwortet, auch wenn die Frage nicht beantwortet werden konnte bekam man eine freundliche Rückmeldung.
Auch auf der Messe selbst wurde einem von dem sehr freundlichen Personal gerne weitergeholfen und die Präsenz der Messemitarbeiter war hervorragend, hier möchte ich auch nochmal das Reinigungspersonal hervorheben die durchgehend am Kehren waren und das Gesamte Messegelände in Ordnung hielten. Die Sanitärräume waren zu jederzeit in einem einwandfreien Zustand und es gab ausreichend Mülleimer.

Im Vorfeld bekam man ja bereits eine Optisch sehr schöne Karte zugeschickt die man nun auch durch Kostenlose Schlüsselbänder bequem um den Hals tragen konnte, da man sie z.B. beim Betreten des „Thunder Theaters“ immer wieder vorzeigen und ab scannen lassen musste. Beim Betreten der ersten Halle wurde mir bewusst, dass diese Messe anders ist als alles was ich vorher in dem Bereich gesehen oder Besucht habe. Die Großen Messehallen mit den Einladenden Ständen luden zum verweilen ein. Die Beleuchtung der Stände, Ausstellungsstücke, und Räume waren zu jederzeit hervorragend und es machte richtig Spaß Gruppenfotos, Selfies oder das Präsentierte zu fotografieren, da meistens der erste Versuch schon ein Ordentliches Bild hergab.
Die Fotopoints wie z.B. Thors Hammer Mjolnir oder der Schild von Captain America waren hervorragend verarbeitet und sahen sehr realistisch aus und anders als anderorts waren es nicht einfach nur bedruckte Fototapeten in einem schlechten Licht.

In den beiden Hallen und den Außenbereichen gab es richtig viel zu bestaunen die jedes Fan-Herz höher schlugen ließen. Neben einem tollen Cosplay Bereich in denen man sich mit anderen Cosplayern austauschen konnte gab es auch ein Star Wars Areal in dem ein AT ST Nachbau hervorragte, während man in einem X-Wing Fighter via VR Brille selbst zum Piloten werden konnte. Ein Nachbau von Hagrids Hütte aus den Harry Potter Filmen lud ebenfalls zum Fotografieren ein, während aus einem Optimus Prime LKW Aktionfiguren verkauft wurde.

Die Artist Allee war allerdings neben dem „Thunder Theater“ meine persönlichen Highlights. Während uns das „Thunder Theater“ immer wieder durch hervorragende und qualitativ hochwertige Panels ins Innere Lockte, auch der Popcorn Duft dürfte daran eine Teilschuld gehabt haben,
konnte man in der Artist Allee von Welt bekannten Comicikonen seine Comics signieren lassen, sich mit den Künstlern austauschen oder ihnen ein wenig bei der Arbeit zusehen.

Hier hätten die Warteschlangen etwas besser Organisiert werden können da es bei einem größeren Ansturm doch erst etwas Chaotisch zuging bis einige Ordner vor Ort waren und die Warteten Koordinierten.
Auch die etwas unbekannteren Künstler bekamen hier ihren Platz und die Chance sich eine Namen zu machen.

Nach meinem Besuch der CCXP kann ich nur sagen: Die CCXP legt die Messlatte für Comic Conventions im Deutschsprachigen Raum verdammt Hoch. Die Qualität der Messe gepaart mit dem Staraufgebot und der Präsentation macht die Messe zu einem wahren Erlebnis. Ich bin mir sicher das das CCXP Cologne Team alles daran setzen wird die wenigen Kritikpunkte auszubessern um die Messe noch Interessanter zu machen um mehr Besucher nach Köln zu locken.Der Termin für 2020 ist in meinem Kalender schon Notiert und ich bin jetzt schon gespannt welche Gäste diesmal anwesend sein werden, aber ich bin mir sicher die Verantwortlichen werden versuchen dieses Jahr noch zu toppen.

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