Rezension: Justice League Paperback 6 – Verlorene Gerechtigkeit

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

Tödliche Heldenverehrung!

Eine Routinemission der Justice League gerät zur Katastrophe, als ausgerechnet Batman ein verhängnisvoller Fehler unterläuft! Plötzlich ist das größte Superhelden-Team der Welt der Kritik der Öffentlichkeit ausgesetzt, und seine Daseinsberechtigung wird infrage gestellt! Genau in diesem Moment schlägt auch noch der Fan zu, ein Wahnsinniger, der die Helden anbetet und sie sogar besser kennt als sie sich selbst! Und wäre dieser unkonventionelle Gegner nicht schon gefährlich genug, müssen es Batman, Superman & Co. auch noch mit Deathstroke und Red Lion aufnehmen!

Review

Die Justice League hatte zuletzt ja wieder ein Hoch in der Formkurve zu verzeichnen, doch zugleich war es auch Bryan Hitchs Ausstieg aus der Serie. Also musste für die letzten Hefte des im Rebirth gestarteten Run ein neuer Autor gefunden werden: Christopher Priest. Doch kann der Deathstroke Autor in den letzten zehn Heften überhaupt noch eine packende Geschichte spinnen oder wird man sie als „unter Fernerliefen“ abstempeln?

Inhalt

Eigentlich startet der Band mit einem für die Justice League routinemäßigen Einsatz. Priest nutzt dabei die Umstände um seinen Schreibstil, der deutlich kompakter und gehaltvoller wirkt als der seines Vorgängers, dem Leser erstmal schmackhaft zu machen. Und dabei überzeugt allein dieser Aufhänger schon mehr als die Bände zuvor: das ist intelligent geschrieben, die Justice League wirkt wie eine absolute Einheit an (Halb-)Göttern, die über allem schweben und zugleich menschlich sein dürfen. Auch das direkt folgende schließt sich daran stimmig an: eine Folge politischer und prinzipieller Fragen bezüglich der Justice League und ihrer Verantwortung nehmen den Raum ein. Das ist ein unfassbar starker Auftakt, der einen hungrig auf mehr macht.

Leider gibt es kurz darauf einen kleinen Dämpfer. Die Idee mit dem „Fan“ ist an sich cool, so greift es doch jene Fragen um die Justice League gekonnt auf und formt ein unkonventionelles Problem daraus. Zugleich wirkt es aber selbst für Comic Verhältnisse zu konstruiert, sodass man sich fragt: wie konnte die Liga so dumm sein, dass das passiert? Nun schiebt man die Bedenken dahingehend aber beiseite entwickelt sich die Story durchaus gut und zeigt in wenigen Heften weitaus mehr Potential als die vorigen Paperbacks dieser Reihe zeigten.

Priest balanciert seine Story dabei zwischen Action und Polit-Thriller, findet genau die richtigen Töne im letzteren Teil und moralisiert nicht zu sehr. Dazu sprenkelt Priest ebenfalls an genügend Stellen, wenn die Story Gefahr läuft zu dicht oder zu schnell zu sein, kleine zwischenmenschliche Aspekte zur Auflockerung ein. Alles in allem ist die Story, so wie sie hier aufgebaut und durchgezogen wird, nahezu makellos, wenn der „Fan“ nicht auch für sie ein unlösbares Problem darstellen würde.

Optik

An der Optik kann man kaum etwas aussetzen. Der Lesefluss im ganzen Band ist nahezu ungebrochen und führt durch Action ebenso sicher wie durch ruhigere Teammomente. Das reine Zeichenniveau ist im Gesamten solide. Die Zeichner Marco Santucci, Phil Briones und Ian Churchill liefern alle wunderbar detaillierte und schön anzusehende Arbeit ab, die man so auch aus anderen Reihen kennt. Leider sind sie nur für ein oder zwei Hefte zuständig gewesen, den restlichen und somit überwiegenden Teil des Bandes zeichnet Pete Woods. Dieser bringt zwar an und für sich keinen schlechten Stil zu Papier, aber im Vergleich zu seinen genannten Kollegen fällt Woods Arbeit doch etwas gröber aus. Das ist zwar kein Ausschlusskriterium des Bandes, jedoch muss man sich ein paar optischer Inkonsistenzen bewusst sein.

Fazit

Der finale Band der Rebirth Justice League ist überraschend gut. Christopher Priest schafft es in den letzten zehn Heften der Reihe eine kompakte, losgelöste und fast fehlerfreie Story niederzuschreiben, die man als Justice League Fan sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Man muss zwar vielleicht den einen oder anderen Abstrich bei der Optik machen, doch durch die Mischung der Stile und Priests hervorragender Autorenarbeit gibt es genügend Argumente für einen Kauf.

Autor: Christopher Priest

Zeichner: Pete Woods, Phil Briones, Ian Churchill, Marco Mantucci

Inhalt: Justice League #34-43

Preis: 24€ (33€ Hardcover)

Erstveröffentlichung: 10.03.2020

Format: Softcover und limitiertes Hardcover (150 Exemplare)

Seiten: 236

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.