Rezension: Joker: Killer Smile

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

Der Therapeut des Jokers

Der Joker ist der gefährlichste Verbrecher von Gotham City und sitzt im Arkham Asylum, dem Gefängnis für geisteskranke Kriminelle, ein. Bisher ist es niemanden gelungen, seinen Wahnsinn und dessen Ursache zu analysieren, geschweige denn den Killerclown zu heilen.
Genau das aber hat Dr. Ben Arnell vor. In seinen Gesprächstherapien will er in den Geist des Jokers eindringen – nur geschieht genau das Gegenteil, der Joker infiziert Arnell mit seinem Irrsinn! Und nicht nur Ben selbst ist in Gefahr, auch seine Familie. Denn während der Joker noch im Arkham Asylum gefangen ist, schleicht sich ein grinsender Unhold und mit ihm mörderischer Wahnsinn ins Haus der Arnells…

Unter dem Black Label präsentieren Top-Künstler grandiose Werke in der Tradition von BATMAN: KILLING JOKE und BATMAN: DAMNED – eigenständige Comics für Kenner, Neueinsteiger und Gelegenheitsleser. Jeff Lemire (SWEET TOOTH) und Andrea Sorrentino (GREEN ARROW MEGABAND), die Macher von Gideon Falls, erzählen eine intensive Joker-Geschichte.

Review

“Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, daß er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.” – Friedrich Nietzsche

Es ist gerade 2.36 Uhr nachts und ich kann nicht schlafen. Eigentlich wollte ich diese Rezension erst morgen schreiben, aber nach dem Lesen von Killer Smile beschäftigt mich eine Frage und die hält mich irgendwie wach. Woher kommt unsere Faszination für den Wahnsinn?
Gerade beim Beispiel des Jokers. Warum ist man irgendwie so fasziniert von einem psychopathischen Massenmörder, der einen für einen Lacher eiskalt umbringen würde? (Und wahrscheinlich noch die komplette Familie dazu, nur weil es komisch ist.) Warum beschäftigt man sich mit etwas dass einem den Wahnsinn so vor Augen führt? Ist es eine Art Konfrontation mit den eigenen Ängsten, oder ein Austesten von Grenzen, ein Spiel mit Feuer, bei vollem Bewusstsein dass man sich dabei verbrennen könnte? Oder ist man sich dessen dabei überhaupt bewusst? Kann ein Mensch sich mit dem Wahnsinn anstecken? Hat der Joker vielleicht Recht und es braucht nur einen einzigen schlechten Tag um aus einem geistig gesunden Menschen einen Wahnsinnigen zu machen?
Oder ist es doch viel eher ein schleichender, langwieriger Prozess, der einen immer ein bisschen verrückter macht, bis man schließlich komplett abdriftet?

Diese und ander Fragen müssen sich das Künstler Dream-Team Jeff Lemire und Andrea Sorrentino auch gestellt haben, als die Joker: Killer Smile geschaffen haben. Denn in diesem Band ist der Wahnsinn allgegenwärtig. Er trieft quasi vor Wahnsinn. Und zum Glück ist Panini so Irre, die komplette Story zusätzlich mit Batman: The Smile Killer, einer Sequel Geschichte, in einem schicken Hardcover Band im großen Albumformat hier bei uns zu veröffentlichen.
Ich werd verrückt!

Inhalt

Wir begleiten Dr. Ben Arnell, einen jungen Psychotherapeuten der enthusiastisch motiviert davon ist, den Clownprinz des Verbrechens, den Joker höchstpersönlich von seinem Wahnsinn zu heilen. Richtig, heilen. Da musste selbst der Joker lachen. (Ist ja für Dr. Quinzel und dem Therapeuten von Rorschach auch so gut ausgegangen.) Allen Warnungen von Kollegen und Familie zum trotz, glaubt Ben felsenfest daran zu dem Killer Clown vordringen zu können und so einen Durchbruch zu erzielen. Doch schon bald macht sich der Einfluss des Jokers bemerkbar und Dr. Arnell sieht sich in einer Abwärtsspirale gefangen, in der er langsam nicht mehr die Realität vom Wahn unterscheiden kann.

In der Quasi Fortsetzung Batman: The Smile Killer demontiert der giftige Einfluss des Jokers den Batman Mythos und lässt Bruce Wayne und auch den Leser zweifeln ob es den Dunklen Ritter jemals wirklich gab.

Optik

Andrea Sorrentinos Zeichnungen, in Kombination mit den Farben von Jordie Bellaire schaffen in dem Band ein (alb)traumhaftes Artwork, das den Irrsinn, die verzweifelte Ausweglosigkeit und den blanken Horror der Geschichte schrecklich schön illustriert.

Das Tüpfelchen auf dem i ist dabei noch das große Albenformat, dass die haarsträubende Erfarung des Lesens des Bandes noch intensiver macht.

Fazit

Für die, die zu faul zum lesen sind: Holt euch den Band.
Joker: Killer Smile ist wie ein Autounfall, oder derart schreckliches. Eigentlich will man wegsehen, aus Angst was einen bei dem Anblick erwartet, doch irgendeine dunkle Faszination lässt uns doch hinschauen. Wir beobachten den guten Dr. Ben Arnell dabei wie er wie ein Lamm zu Schlachtbank geführt wird. Wir wollen ihm zurufen dass er schnell wegrennen soll und fürchten uns vor dem Grauen dass ihn und somit uns erwartet. Doch wie ein Reh im Scheinwerferlicht, starr vor Angst, kann sich Dr. Arnell nicht gegen den Wahnsinn des Jokers wehren und genauso erstarrt muss der Leser mitansehen wie das Grauen seinen Lauf nimmt.
Ebenso verhällt es sich mit Batman: The Smile Killer. Diese Geschichte ist nicht minder verstörend, überträgt sie doch diesen ganzen Wahnsinn auf den Mythos des Dunklen Ritters.

Jeff Lemire, Andrea Sorrentino und Jordie Bellaire haben mit Joker: Killer Smile etwas ganz Besonderes geschaffen.
Der Grundplot, dass der Joker jemanden wahnsinnig macht, ist zwar nicht neu oder ziemlich originell, aber hier ist der Weg das Ziel. Man wird Zeuge des Verfalls und des Wahnsinns. Wer den Joker Film oder auch Sieben gesehen hat, der kann nachvollziehen was für eine erdrückende Atmosphäre eine Geschichte wie diese transportiert.
Killer Smile ist ein Psycho-Thriller wie er sein sollte. Er lässt einen nicht mehr los.

Autor: Jeff Lemire

Zeichner: Andrea Sorrentino

Inhalt: Joker: Killer Smile #1-3; Batman: The Smile Killer #1

Preis: 29€

Erstveröffentlichung: 02.02.2021

Format: Hardcover

Seiten: 156

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

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