Rezension: Catwoman 4 – Die Krallen der Katze

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

Aus dem Dschungel in den Joker War

Ob Gauner, Cops, Superkiller oder Geist. Catwoman zeigt jedem die Krallen! In Villa Hermosa bekommt sie es mit Batman-Gegner Nobody und dem Gentleman Ghost zu tun, im Dschungel von Isla Nevada landet sie zwischen Großkatzen und Superschurken. Außerdem wurde Gotham City vom Joker übernommen, woran Selina nicht ganz unschuldig ist! Um die Schreckensherrschaft des Killerclowns zu beenden, führen Catwoman, der Riddler und der Pinguin einen tollkühnen Raub in Jokers Stadt durch…

Review

Bisher hat die Catwoman Reihe durchaus überzeugen können. Zwar war nicht alles perfekt oder der absolute Maßstab für Comics, doch in ihrem eigenen Rahmen machte die Reihe bisher vieles richtig. Nun liegt also der vierte Band vor mir und muss sich der hohen Fallhöhe der Erwartung stellen. Aber eigentlich sollte das für eine Katze kein Problem sein, denn sie landen ja stets auf den Pfoten und haben im schlimmsten Fall neun Leben.

Inhalt

Schaut man auf das Backcover, wird einem klar: In diesem Band stecken wahrscheinlich massig kurze Kapitel. Und ja dem ist auch so: ganze fünf Geschichten von diversen Autoren und zu unterschiedlichen Zeitpunkten der Handlung sind hier versammelt. Aber alles der Reihe nach.

Drei der sieben Hefte und somit zwei der Geschichten spielen noch vor Band 3 der Reihe und werden allesamt von Ram V geschrieben. Die Storys an sich sind simpel gehalten und liefern etwas abgewandelte Heist-Geschichten. Spaßig sind sie auf jeden Fall und dürfen mit einem sportlichen Tempo aufwarten, dass man danach schon recht enttäuscht ist, dass das Ganze vorbei ist. Im Endeffekt beweist aber Ram V wieso er die Reihe ab Heft #25 übernimmt, denn in den wenigen ruhigen Momenten lenkt er den Blick auf Catwomans bzw. Selina Kyles Motivation.

Paula Sevenbergen darf dann mit Heft #22 ihr Story „Putztag“ servieren, das anscheinend auch noch in Catwomans Zeit in Villa Hermosa stattfindet. Und sorry, das war Mist. Catwoman mit rivalisierenden Diebinnen, die einen sexy Putzservice als Deckmantel für ihre Raubzüge nutzen, mag charmant klingen, ist aber so schnell vorbei und vergessen wie das Heft gelesen ist. Hier passte rein gar nix und im direkten Anschluss an Ram Vs ähnlich strukturierten Geschichten wirkte es fast als hätte es ein 14-jähriger geschrieben.

Der anschließende Zweiteiler, der Catwoman nach Isla Nevada bringt, kann das Ruder noch mal rumreißen. Die Idee entstammt dabei von Sean Murphy und Blake Northcott, wobei letztere die eigentliche Autorenrolle übernimmt. An und für sich ist die Story nichts extrem besonderes und erzählt eine typische „Retter“-Story, wenn sich Catwoman auf die Seite der unterdrückten Bevölkerung schlägt. Aber mit ein wenig Witz an den richtigen Stellen, Gespür für ernste Momente und die Rückkehr des wohl bescheuertsten DC Schurken aller Zeiten (nein nicht Kite-Man), wird dies auch eine recht passable Lektüre.

Ein wenig außen vor muss man Heft #25 lassen, das ebenfalls von Ram V geschrieben wurde und ein Tie-In zum Joker War darstellt. Inhaltlich losgelöst wirkt dieses Heft sehr unscheinbar und gerade zu nichtssagend, wird aber wohl im Zuge bzw. Kontext des Events weitaus relevanter sein.

Optik

Ähnlich wie bei den Autoren ist auch die Riege an Künstlern relativ breit gefächert in diesem Band. Glücklicherweise ist die Kluft zwischen den Stilen aber nicht allzu groß. Zudem ist es positiv zu erwähnen, dass die Zeichnerwechsel allesamt die einzelnen Geschichten voneinander abgrenzen und nicht mehrere ein Heft oder zwei Hefte bearbeiten. Wirklich überragend ist dabei leider niemand und viele Zeichnungen sind weitaus offener und heller als man es bisher von der Reihe gewohnt ist. Dies ist aber nicht wirklich negativ aufzufassen, denn so können Zeichner wie John Timms und Mirka Andolfo eine leichtere und fast sorglosere Seite der Figur zeigen und die Story mit Dynamik und teils charmanten Stilelementen auflockern. In ähnlichen Gefilden ist auch Cian Tormey in der Isla Nevada Story unterwegs, wobei hier die eine oder andere Gesichtseskapade zu finden ist und die Hefte ein wenig Feinschliff benötigt hätten. Zu guter Letzt muss man noch Fernando Blanco, der das Joker War Kapitel zeichnet, lobend erwähnen. Der Zeichner, der auch schon zuvor an der Reihe gearbeitet hat, liefert wie gewohnt eine atmosphärische und düstere Inszenierung ab, die mit ihrer Dynamik und Stil perfekt in den Joker War passt.

Einzig den Zeichenstil von Heft #22 namens „Putztag“ fällt negativ auf. Das von Aneke gezeichnete Kapitel ist weder Fisch noch Fleisch. Einerseits hat man eine Darstellung von Catwoman, die stark in ihrem Stil an Fernando Blancos und Joelle Jones Zeichenstil angelehnt ist und damit dementsprechend düster sein soll. Der Rest des Hefts dagegen wirkt schrill, bunt und fast wie Pop-Art, sodass dadurch ein vollkommen unruhiges Gesamtbild entsteht, das zudem nicht gerade mit dem Rest des Bandes harmoniert.

Fazit

„Die Krallen der Katze“ ist durchaus nicht auf dem Niveau, das die Reihe für mich bisher so lesenswert gemacht hat. Schließlich sucht man eine größere Handlung mit packender Spannung in diesem Band leider vergeblich. Doch die diversen Kurzgeschichten von Ram V, Blake Northcott und Sean Murphy sind trotz alledem sehr unterhaltsam. Mit ihren Anleihen an Heist-Storys, eingesprenkeltem Humor und vor allem flotten Dynamiken sind sie in Kombination mit ihren soliden visuellen Ausarbeitungen dennoch lohnenswert. Einzig Heft #22 von Paula Sevenbergern und Aneke sticht dabei negativ heraus, was aber bei einem fast 200 Seiten starken Band nicht so stark ins Gewicht fällt.

Wenn man also der Reihe bisher treu blieb, macht man auch mit Band 4 nichts verkehrt. Hier muss man sich einfach nur im Klaren sein, dass der Band mit all seinen kleinen Geschichten eher als Übergangsphase dient und der nächste große Handlungsbogen nur eine Frage der Zeit ist. Also zuschlagen und unterhalten lassen ist die Devise!

Autor: Ram V, Blake Northcott, Sean Murphy, Paula Sevenbergen

Zeichner: John Timms, Mikra Andolfo, Aneke, Fernando Blanco, Cian Tormey

Inhalt: Catwoman #9, 14-15, 22-25

Preis: 20€

Erstveröffentlichung: 13.04.2021

Format: Softcover

Seiten: 188

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

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