Rezension: Mera – Gegen den Strom

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

Mera ist die junge Prinzessin von Xebel, einer Kolonie unter dem Meer, die von dem Unterwasserreich Atlantis regiert wird. Ihr Vater erwartet von ihr, zu heiraten und einen neuen König einzuführen. Doch Mera hat andere Pläne. Um die Herrschaft der Atlanter zu beenden, will die Prinzessin Arthur Curry töten – den Thronerben des Königreichs von Atlantis. Ihre Mission droht jedoch zu scheitern, als sie sich in ihr potentielles Opfer verliebt. Wird Arthur der König an Meras Seite oder durch ihre Klinge sterben?

Review

Panini Ink ist da! Das neue Label des Panini Verlags hat es sich zur Aufgabe gemacht die Titel des DC Imprints DC Ink zu veröffentlichen. Diese abgeschlossenen Stories richten sich an eine junge erwachsene Zielgruppe und erzählen Coming-of-Age Geschichten bekannter DC Helden in ihren jungen Jahren. Dabei wird das Augenmerk oft auf die alltäglichen Probleme, emotionale Entscheidungen, aber auch auf gesellschaftliche Probleme im Leben der heranwachsenden Charaktere gelegt. Den Anfang hierbei macht „Mera – Gegen den Strom“, geschrieben von der New York Times Bestseller Autorin Danielle Paige, gezeichnet von Stephen Byrne und koloriert von David Calderon.

Inhalt

Im vom Atlantis unterdückten Xebel wächst Mera, Tochter des Königs Ryus, wohlbehütet auf. Ihr Vater erwartet von der Prinzessin, dass sie eine arrangierte Ehe mit Larken, einem Prinz des großen Grabens eingeht, um ihn zum neuen König von Xebel zu machen und so deren Bündnis zu stärken. Doch Mera möchte mehr als das. Sie sieht sich als Kriegerin, die sich im Kampf gegen das verhasste Atlantis nicht mehr mit friedlichen Protesten zufrieden geben möchte. Als sie die ständige Bevormundung ihres Vaters und ihres Verlobten satt hat, entschließt sie sich den Thronerben von Atlantis, Arthur Curry zu suchen und ihn zu töten. Dadurch erhofft sie sich die lang ersehnte Souveränität ihres Reiches und die Anerkennung ihres Vaters, um seine Sicht auf sie zu ändern. Doch als sie Arthur begegnet und gezwungenermaßen Zeit mit ihm verbringt, stellt sie fest dass sie sich den „Feind“ doch anders vorgestellt hatte und beginnt an ihrem Vorhaben zu zweifeln…

Obwohl ich mit meinem fortgeschrittenen Alter nicht wirklich zur Zielgruppe der Geschichte gehöre, wurde ich dennoch gut unterhalten. Danielle Paige’s erster Versuch als Comic Autorin ist zwar nicht perfekt. Stolpert sogar an ein, zwei Stellen (Wenn z.B. abrupte Szenenwechsel kommen, verwirrt das kurz und man blättert nochmal zurück, weil man meint eine Seite überblättert zu haben). Aber die Charakterstudie einer jungen Mera, die versucht sich selbst und ihren Platz im Leben zu finden, weiß auf jeden Fall zu überzeugen. Obwohl sie die Prinzessin eines Unterwasser Reiches ist, kämpft sie mit den gleichen Problemen wie andere Mädchen im Teenager Alter. Der Wunsch nach der Bestätigung ihres Vaters, die innere Zerrissenheit durch die Tücken der Liebe, so wie das behaupten als Frau und Individuum in dieser Welt, sind nachvollziehbare Identifikationsfaktoren und machen die rothaarige Xebellerin einfach menschlich.

Optik

Das Artwork und die Kolorierung sind definitiv die große Stärke des Bandes. Stephen Byrne liefert hier eine seiner besten Arbeiten ab und setzt, mit vielen Splash Pages und groß gestalteten Panels die Unterwasser Welt vorzüglich in Szene. Diese Stilmittel erlauben es auch, die Emotionalität der Charaktere stark zu verdeutlichen, wovon die sich anbahnende Liebesgeschichte sehr profitiert. Die minimalistische Farbgebung von David Calderon passt wie die Faust aufs Auge zu den Tiefen des Meeres. Die Geschichte wird fast ausschließlich in kalten Grün- bis Türkis Tönen, schwarz und weiß dargestellt. Einzige Ausnahme und schöner Kontrast sind Meras rote Haare.

Fazit

Mit einigen Parallelen in der Geschichte und dem fabelhaften Zeichenstil von Stephen Byrne, mutet das ganze wie eine verdrehte, Erwachsene DC Version von Disney’s „Arielle die Meerjungfrau“ an. Abgerundet wird das ganze noch durch die Kolorierung, an der ich mich persönlich nicht satt sehen konnte. Die Kombination von Artwork und Farben zieht einen buchstäblich hinab in die Tiefe und stellt die Welt und das Leben unter Wasser einfach schön dar. Doch auch an Land erzielen sie den gleichen Effekt. Wenn man der Graphic Novel schwächen in der Geschichte vorwerfen will bzw. kann, dann machen die Zeichnungen das allemal wieder wett. Wer also Lust hat, auf eine etwas ruhigere Neu-Interpretation der ersten Begegnung zwischen Mera und Aquaman, die sich mehr mit dem Gefühlsleben der beiden Teenager auseinander setzt, dem kann ich „Mera – Gegen den Strom“ gerne empfehlen.

Autor: Danielle Paige

Zeichner: Stephen Byrne

Inhalt: Mera – Tidebreaker

Preis: 16,99

Erstveröffentlichung: 10.03.2020

Format: Softcover Taschenbuch

Seiten: 208 Seiten

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.