Rezension: Teen Titans von George Pérez – Der Anfang

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

Die Vorlage zur TV-Serie „Titans“

The New Teen Titans mit den Abenteuern von Batmans jungem Gefährten Robin und seinem Team jugendlicher Helden war eine der erfolgreichsten Comic-Serien der 1980er Jahre und setzte im Genre des Superhelden-Comics neue Maßstäbe hinsichtlich Action und Dramatik. Bis heute populäre Figuren wie Cybrog, Raven, Starfire und der Auftragskiller Deathstroke, inzwischen multimedial präsent, hatten dort ihren ersten Auftritt. Die Serie gilt seit Langem als moderner Klassiker des Superhelden-Comics und war die Vorlage der TV Serie „Titans“!

Review

Man kennt es aus der Comic Historie zu Genüge: es gibt bestimmte Autoren und Zeichnerteams, die das Genre nachträglich besonders geprägt haben. Seien es die „Gründungsväter“ des Genres wie Bob Kane und Bill Finger, Jerry Siegel und Joe Shuster oder jene der Blütephase wie Dennis O’Neill und Neal Adams, Alan Moore und Dave Gibbons oder gar modernere Duos wie Scott Snyder und Greg Capullo: all diese Teams haben Kollaborationen zu Papier gebracht, die Reihen oder das ganze Genre beeinflusst haben. Und in selbige Kategorie fallen auch Marv Wolfman und George Pérez.

Das Magnum Opus dieser beiden mag wohl eher die Crisis on Infinite Earths sein, doch auch an einer ganz besonderen Reihe haben die beiden ihren Fingerabdruck gelassen: Den Teen Titans. Und genau diesen Reihe, die 1980 als „The New Teen Titans“ erschien und das Team besonders prägen sollte, hat Panini nun mit einem Band geehrt. Ob die ersten acht Hefte nur ein sentimentaler Schritt sind oder doch noch viel von ihrer Strahlkraft besitzen, das soll ein Blick in den Band beweisen.

Inhalt

Bei einem Band, dessen Comics 40 Jahre auf dem Buckel haben und als Klassiker betitelt werden, ist die Herangehensweise natürlich gänzlich anders als bei frischem Material. Viele Elemente der Geschichten sind trotz diverse Crisis‘ immer noch Kanon und gehören eher zur Allgemeinbildung bei DC. Dennoch fragt man sich dann: kann die Geschichte dennoch den modernen Leser fesseln oder bleibt eine Staubschicht auf den eigenen Augen kleben?

An und für sich ist die Handlung des Bandes schnell zusammengefasst: die mysteriöse Raven trommelt einige der alten Teen Titans, genauer gesagt Robin (Dick Grayson), Kid Flash (Wally West) und Wonder Girl (Donna Troy), zusammen und lässt sie mit neuen Helden wie Starfire, Cyborg und Changeling (der ehemalige Beast Boy) als ein Team auftreten, das eine unbekannte Bedrohung aufhalten soll. Auf dem Weg dahin stolpert die Gruppe noch aufgrund einiger Unstimmigkeiten und muss sich mit Individuen wie Deathstroke (feiert hier ebenso sein Debüt) oder den Fearsome Five herumschlagen. All das kulminiert in einer Konfrontation mit dem Dämon Trigon. Soweit so bekannt also.

Doch wie liest sich diese Geschichte? Nun, aus eigener Erfahrung weiß ich, dass gerade alte Storys schnell aufgrund des Vokabulars und der anderen Schreibweise von Dialogen dazu neigen sich gestelzt zu lesen. Das kann man aber bei diesem Band gekonnt verneinen! Klar gibt es Momente wo der Wortwitz etwas „alt“ wirkt, dennoch lesen sich Dialoge und Geschehen überraschend flüssig. Dazu sind die Figuren in ihrer Charakterisierung immer noch angemessen und weisen sogar Züge auf, die auch in moderneren Comics zu finden sind. Dazu ist die grundlegende Geschichte, die oben knapp zusammengefasst wurde, spannend und vielseitig inszeniert, sodass man eigentlich gar nicht merkt, dass hier ein 40 Jahre alter Comic vor einem liegt.

Optik

Der Eindruck des Alters des Comics ist bei der Optik dagegen kaum zu leugnen. Man sieht dem Band sofort an, dass er den 1980ern entspringt. Im Vergleich zu vielen moderneren Werken sind die Zeichnungen jetzt nicht übermäßig detailliert, Schatten bzw. Tusche ist noch etwas rudimentärer und die Farbpalette ist auch in ihrer Breite überschaubar. Dennoch, und das liegt dann am Ausnahmetalent eines George Pérez, wirkt die ganze Illustration nicht altbacken. Ganz im Gegenteil ist der, der damaligen Zeit geschuldete, scheinbare Minimalismus verdammt ansehnlich. Die Zeichnungen sind dynamisch, transportieren das nötige Gefühl und reduzieren die Panels auf das Nötige, was Wolfman mit seiner Geschichte visualisieren will. Das einzige was man Pérez überhaupt vorwerfen kann, sind zum Teil die Kostümdesigns, aber auch hier ist er halt ein Mann seiner Zeit gewesen.

Fazit

Uneingeschränkte Leseempfehlungen zu verteilen ist eine Gratwanderung, schließlich spielt oft noch der Faktor des persönlichen Geschmacks rein. Doch „Teen Titans von George Pérez – Der Anfang“ ist so ein Band, dem man wenigstens eine Chance geben muss. Die Story ist extrem gut gealtert bzw. ist nahezu zeitlos. Und wenn man sich auf die reduziertere Optik der 80er einlässt, dann darf man das Werk eines Meisters wie George Pérez bestaunen, das ebenfalls dem Zahn der Zeit gut trotzte. Zudem ist der Band eine Brutstätte für Debüts von etablierten Figuren, seien es Cyborg, Raven, Starfire, Deathstroke oder Trigon, und Vorlage für die erste Staffel der „Titans“ Serie von DC.

Wenn man Fan der Teen Titans ist, sollte man hier definitiv die Gunst der Stunde nutzen und zuschlagen. Dieser Band ist einer der Essentials, der in jedem gut sortierten Comic-Regal stehen sollte und zu Recht als Klassiker betitelt wird!

(Kleine Anmerkungen am Rande: Das Vorwort von Marv Wolfman ist zudem recht aufschlussreich wie die „The New Teen Titans“ Reihe entstand und welchen steinigen Weg diese zurücklegen musste. Außerdem ist die Inhaltsangabe der Panini Homepage sowie des Back Covers des Comics nicht korrekt. Das Annual sowie die Hefte „Tales of the New Teen Titans” #1-4 sind nicht enthalten.)

Autor: Marv Wolfman

Zeichner: George Pérez

Inhalt: DC Comics Presents #26, The New Teen Titans #1-8

Preis: 26€ (35€ Hardcover)

Erstveröffentlichung: 27.10.2020

Format: Softcover und limitiertes Hardcover (333 Stück)

Seiten: 244

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

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