Rezension: Sweet Tooth – Die Rückkehr

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

Im Namen des Vaters…

In einer Postapokalyptischen Welt haben sich die Menschen unter der Erdoberfläche zurückgezogen. Denn die Welt „dort oben“ wird nach einer verheerenden Seuche angeblich von Hybriden beherrscht, Wesen, halb Mensch, halb Tier. Ein solcher Hybride ist Gus, der Junge mit dem Hirschgeweih. Doch er lebt ebenfalls im Unterirdischen Refugium, abgeschottet von den „normalen“ Menschen, und wird angeleitet und erzogen von einem religiösen Fanatiker, der sich Vater nennt und das unterirdische Reich beherrscht. Aber Gus plagen wirre Träume an ein früheres Leben, und er entschließt sich, der Obhut Vaters zu entkommen, um die Wahrheit herauszufinden. Damit wird er zum Gejagten, und die Wahrheit, die er schließlich entdeckt, ist absolut erschütternd…

Review

Um es gleich klar zu stellen: Diese Rezension könnte etwas einseitig wirken. Da ich ein großer Fan des kanadischen Ausnahme Künstlers Jeff Lemire bin, könnte es mir schwer fallen etwas Schlechtes über seine Stories zu schreiben. Aber bei so starken Sachen wie Gideon Falls, Black Hammer, seinem Animal Man und dem Green Arrow Run, Joker – Killer Smile und einigen mehr, ist es auch schwer, etwas Schlechtes zu finden.

Das trifft genauso auf eines seiner früheren Werke zu. Die Sweet Tooth Serie, die von 2009 bis 2013 beim DC Imprint Vertigo erschien, ist wohl eine der stärksten und eindringlichsten Stories, die ich je gelesen habe. Da nicht nur ich so empfinde, sondern wohl auch eine ganze Menge anderer Leute, ist es nicht verwunderlich, dass sich der Streamingdienst Gigant Netflix schnell die Rechte an dem Stoff sicherte und vor kurzem die erste Staffel der Serien Adaption zu Sweet Tooth veröffentlichte. Auch wenn die Serie nicht wirklich den düsteren Ton der Comic Vorlage trifft, ist es, meiner Meinung nach, eine tolle Interpretation des Stoffes und auf jeden Fall sehenswert.

Im Zuge der Produktion der Netflix Serie dachte sich Lemire, dass er noch eine letzte Geschichte um Gus, den Jungen mit dem Hirschgeweih und einer Vorliebe für Süßigkeiten erzählen möchte. Dabei heraus kam dann Sweet Tooth – Die Rückkehr. Diese Fortsetzung ist gleichzeitig eine Neu-Interpretation der Sweet Tooth Story und segelt unter der Flagge von DCs Black Label.

Inhalt

Nach dem Ausbruch einer tödlichen Seuche lebt der Junge Gus, ein Mensch/Tier Hybrid mit einem Hirschgeweih, in einer kleinen Hütte in einem Wald. Abgeschnitten von der Außenwelt, wird er von seinem „Vater“ groß gezogen. Mit dem älter werden und dem Einsetzen von visionären Träumen fängt Gus langsam an, an seinem behüteten Leben zu zweifeln und will wissen, was ihn jenseits des tiefen Waldes erwartet.

Wenn ihr Sweet Tooth gelesen und auch auf Netflix geschaut habt, kommt euch das alles wahrscheinlich bekannt vor.

Jedoch spielt Sweet Tooth – Die Rückkehr ganze 300 Jahre nach den Ereignissen der ersten Serie. Gus wird immer mehr klar, dass etwas nicht stimmt und das sein Leben und die Worte seines Vaters nur aus Lügen bestehen. Bald erfährt er, dass er in Wirklichkeit in einem riesigen Unterirdischen Komplex lebt, der den übrig gebliebenen Menschen als Refugium dient. Der Junge flieht aus seinem Gefängnis und will mit neu gewonnenen Freunden das Geheimnis lüften, was wirklich auf der Erdoberfläche los ist und was die finsteren Pläne seines Vaters sind.

Optik

Wie ich anfangs erwähnte, ist es schwer etwas Schlechtes an Sachen von Jeff Lemire zu finden. Doch die Leute, die seinen Zeichenstil kennen, werden wohl gleich darauf verweisen. Und ja, seine Zeichnungen sind meist sehr minimalistisch und teilweise sogar recht hässlich. Aber gerade weil sein Artwork nicht wirklich schön ist, passt es wie die Faust aufs Auge zu der düsteren Geschichte und Stimmung in Sweet Tooth. In Kombination mit der kalten, dunklen Farbpalette des Koloristen Josè Villarrubia, der auch schon die alte Serie kolorierte, schaffen die beiden Künstler die Immersion einer bedrückenden Welt, die in all ihrer Hässlichkeit doch einfach schön anzusehen ist und so auch auf ganzer Linie funktioniert.

Fazit

Die Fortsetzung/Neu-Interpretation Sweet Tooth – Die Rückkehr ist, wie von Lemire gewohnt, eine starke Geschichte. Der Autor nimmt einfach den Grundplot der Sweet Tooth Story und stellt alles auf den Kopf.  Ein bisschen mutet das ganze wie eine Ausgabe von Marvels What if…? Comics an. Was wäre, wenn Gus, der Junge mit dem Hirschgeweih, von einem Vater aufgezogen wird, der wegen seinem Glauben an die Religion zu einem Fanatiker wird und versucht, den Jungen für seine dunklen Pläne zu benutzen? Dabei spielt er sehr oft an die alten Comics an, wobei man die aber nicht zwingend gelesen haben muss, um die Geschichte zu verstehen, bzw. sie zu genießen. Wie schon beim Original, herrscht aber auch hier eine allgegenwärtig bedrückende Stimmung. Diese macht den Leser auf jeder Seite glauben, dass nichts wieder gut wird und somit kein Vergleich zu der Netflix Serie darstellt.

Wer die Original Sweet Tooth Comic Serie kennt und mochte, der kann hier blind zugreifen, da man eine tolle Fortsetzung einer tollen Serie bekommt. Die, die Sweet Tooth nicht gelesen haben und vielleicht nur die Netflix Serie kennen, können auch ruhig einen Blick riskieren, denn der Band funktioniert überraschenderweise auch als eigenständige Geschichte. Jedoch empfehle ich jedem, sich die Original Sweet Tooth Serie auch anzuschaffen, einfach weil sie überragend ist!

Autor: Jeff Lemire

Zeichner: Jeff Lemire

Inhalt: Sweet Tooth: The Return 1-6

Preis: 18,00 €

Erstveröffentlichung: 06.07.2021

Format: Softcover

Seiten: 156

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

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