Rezension: Strange Adventures 1

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

Weltraumheld oder Kriegsverbrecher?

Adam Strange ist der strahlende Beschützer des Planeten Rann, und auch auf seiner Heimatwelt, der Erde, wird er als glorreicher Held gefeiert. Ein Buch, das er über sein spannendes Leben und seine Weltraumabenteuer geschrieben hat, wird über Nacht zum Bestseller und Adam zum Liebling der Medien und Politiker, die sich in seinem Ruhm sonnen! Dann aber taucht ein Unbekannter während seiner Signierstunde auf und behauptet, Adam sei ein skrupelloser Kriegsverbrecher. Wenig später wird der Mann ermordet, offenbar mit einer außerirdischen Strahlenpistole, und Adam zählt zu den Verdächtigen. Auf die Bitte Batmans hin übernimmt der geniale Wissenschaftler und Superheld Mr. Terrific die Untersuchungen…und mehr und mehr zeigt sich, dass es im Krieg keine wirklichen Helden gibt und keine eindeutige Wahrheit…

Review

Als DC Comics damals diesen Titel ankündigte, war ich direkt hellhörig. Schließlich hatte das Konzept einer Maxi-Serie um einen Helden aus der zweiten Reihe durchaus schon bei Mister Miracle funktioniert und das Erfolgsduo aus Tom King und Mitch Gerads wurde erneut aktiviert. Zusammen mit Evan „Doc“ Shaner sollten sie eine Art Thriller um Adam Strange spinnen, eine Figur, die mich durchaus ansprach. Als dann Panini auch noch ankündigte, war klar: dem muss auf den Zahn gefühlt werden.

Inhalt

Im Endeffekt legt das Backcover die Ausgangshandlung auf den Punkt. Adam Strange ist ein Kriegsheld, sein Buch ein Bestseller und ein augenscheinlich verrückter Unbekannter erhebt Anschuldigungen daran, Strange sein ein Kriegsverbrecher. Dem Rest des Bandes folgt man dann auf zwei Zeitebenen. Einer die in der Vergangenheit spielt und den Krieg Ranns mit den Pykkten und der Involvierung Adam Stranges darstellt. Und einer zweiten, die mit den besagten Anschuldigungen, dem Mord und den folgenden Ermittlungen beschäftigt ist. King schafft es an dieser Stelle aber gekonnt mit der Balance der beiden Stränge umzugehen. Er lockert die Handlung der Gegenwart im richtigen Moment mit einem Flashback auf, nur um dann wieder perfekt zurück zu schwenken. Auch abrupte Szenenwechsel, die mit der Erwartungshaltung des Lesers spielen oder sie gekonnt ablenken sollen, sind gekonnt involviert, sodass dieser Aspekt an dem Band durchaus positiv zu vermerken ist.

Ein anderer Punkt ist der Spannungsbogen. King vermag es seinen Aufbau absolut subtil hochzufahren und dabei nicht auf banale Schockmomente zu setzen. Hier jagt nicht ein Cliffhanger den nächsten, sondern die Dramatik wird behutsam aufgebaut. Es sind Verhaltensweisen von Figuren, plötzliche kleine Richtungswechsel, Stimmungsschwankungen oder Unstimmigkeiten im Detail. Oder einfach die komplette Ignoranz gegenüber Problemen oder Antworten auf jene. So wird der Leser die ganze Zeit mit der Spannung gepackt, die sich mit jedem Heft aufbaut und den ihn selbst dazu bringt die Handlung, die ihm präsentiert wird, zu hinterfragen. Was kann man glauben und was nicht. Und vor allem: wenn man die Wahrheit findet, wie verändert dies die eigene Meinung?

Der letzte Punkt sind die Figuren. King beweist hier großes Geschick und hält seinen zentralen Figurenpool gering und divers. Adam Strange als eigentlicher Protagonist, der irgendwie wie der nette Kerl von neben an wirkt, dem man irgendwelche Gräueltaten nicht zutrauen kann. Alanna Strange, die besorgte aber auch resolute Ehefrau, die alles daran setzt sich, ihren Mann und ihren Heimatplaneten zu schützen. Und dann noch Mr. Terrific, ein Mann auf der Suche nach Wahrheit, unabhängig von ihrem Preis und seinem öffentlichen Ansehen. Unterfüttert wird dies immer wieder von Gastauftritten bekannter Helden und von Figuren, die der grundlegenden Stimmung des Bandes wohlwollend hinzukommen.

Optik

Dass an dieser Reihe gleich zwei große Namen wie Mitch Gerads und Evan „Doc“ Shaner arbeiten, verwundert vielleicht etwas. Vor allem, wenn ihre Stile eigentlich sehr konträr sind: Gerads leicht „dreckiger“ Stil, der unsauber, abgenutzt und rau wirkt. Dagegen Shaners glatter und fast schon perfekt wirkender Stil, dessen Oberfläche wie ein hoch produzierter Kinofilm anmaßt. Und das genau ist der Kniff an dem Band. Gerads Stil ist für die Gegenwart reserviert, während Shaners Arbeit die Vergangenheit illustriert. Damit gelingt dem Band ein simpler aber effektiver Trick: Man beginnt die jeweilige Handlung auch durch die visuelle Darbietung einzuordnen. Schließlich wirkt es als würde bei Gerads Zeichnungen durch alles gezeigt werden und die „schmutzige“ Wahrheit zu sehen, während Shaners Werk etwas zu perfekt wirkt um real zu sein.

Fazit

Der erste Band von Tom Kings, Mitch Gerads und Evan Shaners „Strange Adventures“ macht vieles im Aufbau richtig. Mit einer Mischung aus ruhigen Momenten, Flashbacks, subtilen Veränderungen und Unstimmigkeiten sowie einer gekonnten Figurenkonstellation wird die Handlung in eine interessante Richtung gestoßen. Denn als Leser brennt man förmlich darauf, die Antworten an der Seite von Mr. Terrific zu entdecken oder ob Adam und Alanna Strange doch Recht behalten. Zusätzlich muss man an diesem DC Black Label Titel noch die Optik loben. Das was Mitch Gerads und Evan Shaner an diesem Werk leisten ist großartig und ihre unterschiedlichen mit ein Grund wieso Kings Story an sich überhaupt erst funktionieren kann.

Strange Adventures 1 ist gänzlich zu bewerten ist aber erst mit seinem zweiten Teil möglich, doch den Auftakt, den dieser Band bietet, ist wirklich vielversprechend, sodass man Band 2 kaum noch erwarten kann. So ist nur zu hoffen, dass der zweite Band zeitnah erscheint und man das Potential, das der Story innewohnt, auch völlig ausschöpft.

Autor: Tom King

Zeichner: Mitch Gerads, Evan „Doc“ Shaner

Inhalt: Strange Adventures #1-6

Preis: 21€ (30€ Hardcover)

Erstveröffentlichung: 06.04.2021

Format: Softcover und limitiertes Hardcover

Seiten: 196

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

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