Rezension: John Constantine – Hellblazer 1

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

WAHNSINN IST DIE EINZIGE KONSTANTE

Nach der magischen Apokalypse erwacht der abgebrühte Okkultist John Constantine in einer Welt, die er fast nicht wiedererkennt – und in der er zwischen Engeln und Dämonen einsamer ist denn je. Bis er neue Verbündete trifft, bleibt dem Trickser im Trenchcoat nur die Gewissheit, dass Wahnsinn die einzige Konstante in seinem Leben ist und dass Magie immer einen Preis verlangt: von Gangstern ebenso wie von dem jungen Zauberer Timothy Hunter und speziell von Constantine … Dark Fantasy und Horror für Fans und Neuleser.

Review

Auf den mir hier vorliegenden Band war ich schon seit knapp einem Jahr mehr als gehypt. Nicht nur das es ein neuer Band meines Lieblings Comic-Protagonisten ist, nein, es spielt auch noch zum Teil in meinem Lieblingsuniversum: Dem von Neil Gaiman erschaffenen Sandman Universum. Da ich bis jetzt alle Ableger des Universums gefeiert habe, dürfte es niemanden mehr wundern, dass dieser Band für mich quasi die Kirsche auf der Sahnehaube darstellt. Wer schon mal einen Hellblazer Comic in Händen gehalten hat, sollte wissen, dass es pure Anarchie bedeutet. Man sollte alle Werte der sonst so von Strumpfhosen tragenden Helden übersäten Comics vergessen und sich im Zigarettenrauch zurücklehnen. Während man genüsslich ein abgestandenes Bier trinkt und sein Dasein genießt. Sollte man um Hilfe gebeten werden, dann antwortet man einfach und bestimmt „Nicht mein Problem, F***e!“, denn so würde es auch John Constantine der Hauptprotagonist handhaben.

Inhalt

Die Story fängt ganz bescheiden mit der Apokalypse und dem dazugehörigen Ende der Welt an. Dadurch wird schnell klar, dass der Band nichts für Zartbesaitete sein wird. Nach dem ersten Seitenhieb in Richtung Justice League auf Seite zwei geht die Aktion richtig los. Constantine haut seine bekannten Sprüche raus und rettet nebenbei die Welt. Der Band fängt mit der „Books of Magic“ Story an und im ersten Moment macht das zwar nicht so viel Sinn, ist aber für den weiteren Storyverlauf sehr wichtig. Nach der Apokalypse wacht John Constantine in einer ihm sehr fremden Welt auf und muss sich jetzt neben den Dämonen Londons auch noch mit seinen Hipstern rumschlagen. Seine alten Bekanntschaften sind entweder wegen ihm gestorben oder meiden seine Gesellschaft dank einiger Nahtoderfahrungen. Somit muss sich John neue Freundschaften knüpfen.

Autor Simon Spurrier schafft es hervorragend, den Geist der vergangenen Hellblazer einzufangen und dem kettenrauchenden Briten eine Mittelfinger erhobene Zukunft zu bieten. Spurrier kombiniert die klassischen Horrorelemente mit moderner Pop Kultur. So zum Beispiel hilft ein in ein Smartphone eingeschlossener Engel als Bedienhilfe für den technisch unbegabten Hauptprotagonisten. Auch die Gedichte des umstrittenen britischen Dichters William Blake werden als Vorlage genommen, um die Story voranzutreiben. So entsteht ein glaubhafter Mythos rund um John Constantine. Der Autor hat definitiv seine Hausaufgaben gemacht und zeigt dem Leser verschiedene Magieformen.

Angefangen von altertümlichen Zaubern wie Blutmagie hinweg zu den modernsten Formen der Meditation und Yoga. Simon Spurrier schreckt auch nicht zurück Straßenbanden, Engel, Dämonen, Geister, Kannibalen, Voodoo und Hipster mit einem breiten Grinsen durch den Kakao zu ziehen und genau das macht die Story so unglaublich unterhaltsam. Die Action hält sich zwar die meiste Zeit im Hintergrund jedoch sind die Mysterien so gut geschrieben das die zum miträtseln einladen. Auch die Auslegung verschiedener Mythen und Legenden lässt einem mehr als nur einmal ein dreckiges Grinsen ins Gesicht zaubern.

Optik

Dieser Band zeigt hervorragend, wie viel die Zeichnungen bei Comics tatsächlich ausmachen. Beide Hauptzeichner machen einen hervorragenden Job, jedoch merkt man, wie die gesamte Stimmung des Comics nur anhand der unterschiedlichen Zeichenstile wechselt. So sind die Zeichnungen von Aaron Campbell eher realistisch und düster. Während die Zeichnungen von Matias Bergara eher modernen Comics ähneln und den Leser durch aus an die Comics von anderen Zauberern abseits des DC-Universums erinnern.

Die Arbeiten von Campbell treffen etwas eher meinen Geschmack und vermitteln dem Comic so einen dreckigen Beigeschmack. Mit jedem Pinselstrich vermittelt der Künstler ein wenig mehr den Horror, der sich gerade am zusammenbrauen ist. Die Atmosphäre ist wie aus einer guten Mystery Serie oder einem gutem Horrorfilm. Dagegen ist die Arbeit von Matias Bergara etwas heller und Freundlicher. Dämonen und Gegenspieler wirken fast freundlich im Gegensatz zu Campbells Visionen. Das macht den Comic allerdings nicht schlechter und auch der Zeichenstil von Bergara ist positiv zu erwähnen, da auch er die Stimmung gut eingefangen bekommt. Jedoch im direkten Vergleich wirken die Zeichnungen etwas „netter“. Wenn man zwischen dem Zeichner Wechsel pausiert beim Lesen, fällt dieser aber nicht mehr so ins Gewicht.

Fazit

Das Kreativteam rund um Simon Spurrier, serviert dem Leser eine klassische John-Constantine-Story. Man bekommt den Horror, den jeder Fan der Comics so liebt, gepaart mit flotten Sprüchen, britischem Humor und einer gewaltigen Prise Anarchie.

Der Band hat alles, was eine gute Story ausmacht. Ein sympathischer Hauptprotagonist, Spannung, Rätsel, interessante Gefährten, mysteriöse Gegenspieler und die Kunst, sich selbst nicht immer ganz so ernst zu nehmen. Allen Freunden von Horror und Mysterie kann ich diesen Band nur wärmstens an Herz legen, denn auch Menschen, die noch nie was von John Constantine gelesen haben, kommen gut mit und haben genau so viel Spaß wie alt eingesessene Hellblazer Fans.

Meiner Meinung nach hat sich das Warten auf den Comic mehr als gelohnt. Den der Band ist genau das geworden, was ich mir gewünscht habe. Horror und Anarchie in the UK. Für mich der beste Hellblazer seit Garth Ennis!

Autor: Simon Spurrier

Zeichner: Aaron Campbell, Matías Bergara

Inhalt: Books of Magic (2018) 14, John Constantine – Hellblazer (2020) 1-6, Sandman Universe: John Constantine – Hellblazer 1

Preis: 23,00

Erstveröffentlichung: 17.11.2020

Format: Softcover

Seiten: 220

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

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