Rezension: Im tiefen, tiefen Wald

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

FINSTERE GEHEIMNISSE In dem Städtchen Shudder-To-Think geht Unheimliches vor: Die beiden Schülerinnen Octavia und Eldora sind beste Freundinnen, seit sie als Mädchen im nahen Wald mit knapper Not einer seltsamen Kreatur entkamen. Jahre später fehlt ihnen nach einem gemeinsamen Kinobesuch die Erinnerung an die vergangenen Stunden, und auf dem Weg nach Hause treffen sie erneut auf ein erschreckendes Wesen, diesmal halb Tier, halb Mensch. Gemeinsam versuchen sie das Geheimnis von Shudder-To-Think zu enthüllen – und erfahren schließlich die erschütternde Wahrheit über diesen Ort und seine Einwohner! Horror-Star Joe Hill präsentiert einen neuen Mystery-Comic für alle Fans von Stranger Things, in Szene gesetzt von der renommierten Autorin Carmen Maria Machado (Ihr Körper und andere Teilhaber) und Zeichnerin Dani (2000 AD).

Review

Schon die erste Auskopplung aus dem Hill House Imprint konnte mich extrem begeistern. Deshalb war die Vorfreude auf diesen Band dementsprechend groß. Da dieser allerdings nicht von Horror Kronprinz Joe Hill selbst geschrieben wurde, hatte ich auch einige Bedenken, dass dieser Band nicht an „Ein Korb voller Köpfe“ heranreichen könnte. An einem verregneten Sonntagnachmittag fing ich also an diesen Band zu lesen und abgesehen von kleinen Verschnaufpausen (die auch bitternötig waren), konnte ich den Comic gar nicht mehr aus der Hand legen.

Inhalt

Die Story fängt sehr mysteriös an und bleibt dieses auch bis zum Schluss. Immer wieder glänzt die Geschichte mit Wendungen und enthüllten Geheimnissen. Die beiden Hauptprotagonistinnen sind sehr glaubhaft umgesetzt und man kann mit den beiden Mädchen sehr gut mitfühlen. Die Autorin Carmen Maria Machado entführt ihre Leser in das kleine Städtchen „Shudder-to-think“. Diese amerikanische Kleinstadt könnte nicht typischer sein: Ein kleines Städtchen, was seine besten Zeiten hinter sich hat. Neben seiner merkwürdigen Bewohner lodert auch noch ein Feuer in einer ehemaligen Kohlemine.

Die meisten Bewohner sind entweder zu festgefahren um umzuziehen oder zu arm. Durch den hohen Kohlenmonoxidspiegel in der Luft werden natürlich die meisten seltsamen Vorkommnisse auf eben diesen zurückgeführt und abgehakt. Die Autorin lässt ihre Story rund um die beiden Freundinnen Octavia und Eldora sehr glaubhaft erscheinen. Außerdem versprüht Sie von Anfang an ein gewisses unwohles Gefühl beim Lesen. Dieses Gefühl der Unbehaglichkeit zieht sich wie ein roter Faden durch den Band und man weiß schon von Anfang an, das das Ende einem sauer aufstoßen wird. Aber vielleicht macht gerade dieses Gefühl den Comic so spannend.

Es wird aber neben einer hervorragenden Horror Story auch zum Teil tiefgründige Gesallschafftsaspekte infrage gestellt. Thematisiert werden unter anderem Homosexualität, Missbrauch und Armut, vor denen zu oft die Augen verschlossen werden. Alles in allem schafft es Autorin Carmen Maria Machado mit ihrer Story, dem großen Joe Hill durch aus das Wasser zu reichen. Sie findet das perfekte Mittelmaß aus Knoten in der Magen Gegend und Gänsehaut auf dem ganzem Körper.

Optik

Der etwas gewöhnungsbedürftige Zeichenstil dürfte jedoch einige Leser abschrecken. Allerdings passt dieser, wenn man sich dran gewöhnt hat, sehr gut zur Handlung der Story. Die griechische Künstlerin Dani, schafft es nämlich, der Story ein wenig die Unbehaglichkeit zu nehmen und lässt viel Platz für die Fantasie der Leser. Auch wenn ihre Art zu zeichnen eher schwammig rüberkommt, nimmt er einen doch recht schnell in seinen Bann und lässt viel Freiraum für Eigeninterpretationen.

Der gesamte Comic kommt ohne groß angelegte Zeichnungen aus und auch atemraubende Szenarien, die als Wallpaper dienen könnten, findet man eher auf den Variant Covern. Jedoch gehen die Zeichnungen eine unglaubliche harmonische Symbiose mit der Story ein, dass man sich keinen besseren Künstler für den Band hätte wünschen können.

Fazit

Müsste ich diesen Comic mit einem Wort beschrieben, würde ich vermutlich „unangenehm“ wählen, jedoch im positiven Sinn.

Die beiden kreativen Frauen, die hinter diesem Band stehen, schaffen es, ein wirklich unbehagliches Gefühl zu vermitteln. So ein Gefühl, das man hat, wenn man nachts durch eine unheimlichen Tunnel gehen muss oder eben durch ein furchteinflößenden Wald. Sie erwecken dieses Gefühl, das man als Kind hatte, wenn man nachts in den Keller gehen musste oder aber ein ähnliches Gefühl, das man vor einer Zahnbehandlung hat. Die Zeichnungen harmonieren perfekt mit der Story und lassen viel Spielraum für den Horror, der so weitere Wurzeln in seinem Kopf schlagen kann. Vom Knoten im Magen bis zur Hühnerhaut konnte mich der Band wirklich auf ganzer Linie überzeugen und lässt das „Hill House“ Logo auf dem Cover eines Comics für mich zum Erfolgsprädikat werden.

Der Comic erinnerte mich ein wenig an die Netflix Erfolgs Serien „Stranger Things“ oder „the Chilling Adventures of Sabrina“, wobei eben Zweitere ja auch auf einem Comic basiert. Absolut empfehlenswerter Horror in einem grandiosen Gewand.

Autor: Carmen Maria Machado

Zeichner: Dani

Inhalt: The Low, Low Woods 1-6

Preis: 19,00

Erstveröffentlichung: 15.12.2020

Format: Softcover

Seiten:164

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

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