Rezension: Green Lantern 4 – Die jungen Wächter

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

Mission: Erde

Bisher haben die uralten Wächter des Universums das Green Lantern Corps geleitet, um Frieden und Gerechtigkeit in den Welten des Universums zu schaffen. Doch als Hal Jordan, die Lantern der Erde, zum Planeten Oa zurückkehrt, erblickt eine neue, junge Generation von Wächtern das Licht des Kosmos. Und die haben eine neue Mission für Hal – die ihn zu jener Welt führt, der er eigentlich den Rücken kehren wollte: der Erde! Auf der Jagd nach einem galaktischen Mörder, der sich dort verborgen hält, trifft Hal Jordan auf allerhand aufregende Gefahren, aber auch auf seine bewegte Vergangenheit – und auf seinen alten Kumpel Flash!

Review

Die Green Lantern Reihe von Grant Morrison folgt einem Season System, in dem 12 Hefte eine Season ergeben. Somit ist Band 4, wenn man die Mini-Serie „Blackstars“ als Finale der ersten beiden Bände sieht, der Startschuss für eine neue Season. Und wie man es von Serien von Netflix, Amazon Prime oder anderen Streaminganbietern kennt, ist die Anforderung an eine neue Season wie immer etwas höher angesetzt. Doch kann Grant Morrison, dessen Green Lantern Run immer mal wieder Schwachstellen offenbarte, nun endlich zu einem rundum gelungenen Gesamtbild kommen oder bröckelt die Fassade?

Inhalt

Ohne große Umschweife setzt der Band 4 quasi dort an, wo der dritte Band den Leser zurückgelassen hat. Hal Jordan war mal wieder der Held der Stunde und wird dafür ordentlich gefeiert. Nach einer sehr schnellen Zeremonie geht es aber auch schon wieder an das Tagwerk der Green Lanterns. Jedoch erst nachdem die „Chefetage“, also die Wächter des Universums, mal eben schnell verschwinden und Nachfolger zurückgelassen haben. Diese sehen Hals Job als Green Lantern dann darin einen Mörder, der zudem eine Green Lantern auf dem Gewissen hat, zu jagen. Und das führt ihn zurück zur Erde, wo er auf der Fährte des Mörders besonders abstrakte Fälle ermittelt.

Klingt wirr? Nun, man muss leider gestehen so liest sich der Band auch. Allein der Auftakt um den Wechsel der Wächtergenerationen wirkt absolut konfus, hastig und zweckgebunden. Die Wächter sind pauschal gesagt einfach mal weg und haben ohne große Erklärung Nachfolger aus dem Hut gezaubert. Dass das Morrison mit irgendwelchen Multi-Krisen und Ultrakriegen erklärt, lässt es selbst für Comic Verhältnisse lächerlich wirken. Und diese Lächerlichkeit und Sprunghaftigkeit macht sich im Verlauf der restlichen Handlung ebenso breit. Von irgendwelchen Vogelmenschen über Wolkenwesen, diversen Realitätsebenen zu goldenen Riesen: auch wenn diese Hefte wie Episoden wirken sollen, so wirkt es lieblos zusammengeklatscht und hat keinerlei Anreiz der Handlung zu folgen. Charakterentscheidungen, -entwicklungen oder -momente fehlen hier gänzlich und man bekommt das Gefühl, dass alle Figuren (und damit auch der Protagonist) nur Marionetten in Morrisons Meta-Fantasien sind.

Zur Ehrenrettung muss man aber erwähnen, dass in den letzten beiden Heften dann wenigstens etwas Spannung aufkommt. Zwar hat man das Gefühl, dass bei Hals Konfrontation mit dem Mörder der Green Lantern Grant Morrison noch einfiel, dass er eine Rahmenhandlung hatte und die wieder aufgreifen muss, doch wirklich essentiell wirkt dies nicht. Erst ganz zum Schluss schafft es Morrison das Interesse des Lesers mit ein paar schnellen aber gezielten Handlungskniffen zu wecken.

Optik

Schwingt man den Rotstift an der Handlung und ihren Elementen vielleicht ein wenig zu übereifrig, so kann man ihn bei der Optik fast gänzlich stecken lassen. Neben den für Liam Sharp und der Reihe bisher typischen hoch-detaillierten Zeichnungen, erwarten den Leser noch einige Überraschungen. Ein Heft in gedeckten Farben und fast Foto realistischen Zeichnungen? Ist im Band drin (und so ziemlich das Highlight). Ein Heft mit Pop-Art Stil und stilistischen Verweisen auf Comics der 60er? Ebenfalls enthalten. Grandioses Spiel mit Paneelen, Farben, Schatten, Seiten…im Endeffekt bleibt einem bei Liam Sharps Artwork einem die Spucke weg. „Scheitern“ ist wohl nicht in Sharps Wortschatz.

Fazit

Es ist eine Krux den Band einzuordnen. War die Green Lantern Reihe bisher zwar schräg und vielleicht nicht jedermanns Geschmack, hatte sie aber dennoch Momente die zu unterhalten wussten. Doch Grant Morrison verlässt mit seiner zweiten Season in Band 4 gänzlich dieses Terrain. Hier schwirren Ideen wirr durch den Raum, die Handlung ist selbst für Episoden zu sprunghaft, die Figuren sind reine Zweckmäßigkeiten und überhaupt schwächelt es inhaltlich an vielen Stellen. Nichts ist hier auf den ersten Blick irgendwie noch greifbar oder ansatzweise zugänglich, sodass man den Eindruck hat nur in Grant Morrisons Gedankenblase zu schweben.

Doch bei aller Kritik muss man aber auch ein paar gute Stellen hervorheben. So gelingt es Morrison, wie es für einen Autor seiner Klasse ziemt, gerade zum Ende des Bandes binnen kürzester Zeit eine Story loszutreten, die den Leser packt und das Interesse auf den nächsten Band schürt. Zudem ist die Optik von Liam Sharp zu erwähnen, die aufgrund ihrer Vielseitigkeit und ihres Detailgrads alleine schon einen Kaufgrund darstellt.

Dementsprechend ist „Green Lantern 4 – Die jungen Wächter“ eine sehr spezielle Leseempfehlung. Dieser Band hat definitiv seine Schwächen, die man auch schwer ignorieren kann. Gleichzeitig gibt es aber auch einige Aspekte, insbesondere das Artwork von Liam Sharp, die für den Band eine Lanze brechen. Fans von Grant Morrison können hier wahrscheinlich bedenkenlos zugreifen und wem die Green Lantern Reihe bisher gefiel kann, wenn er nur einen Qualitätsabfall in Kauf nimmt, wahrscheinlich auch noch Spaß an dem Band finden. Nischenprodukt trifft es bei dem Band nämlich ziemlich genau.

Autor: Grant Morrison

Zeichner: Liam Sharp

Inhalt: Green Latnern: Season Two #1-6

Preis: 19€

Erstveröffentlichung: 09.02.2021

Format: Softcover

Seiten: 172

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

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