Rezension: Green Lantern 3 – Die Herrschaft der Blackstars

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

DIE DÜSTERE SCHUTZMACHT DES UNIVERSUMS!

Hal Jordan weiß nichts mehr von seinen Heldentaten als Green Lantern! Er, Jessica Cruz und die Weltraum-Vampirin Belzebeth dienen jetzt den Blackstars, der totalitären, gefürchteten und absolut unangefochtenen Schutzmacht im Universum. Mit eiserner Faust sorgen sie für Recht und Ordnung im Kosmos. Doch als die Erde bei der bevorstehenden Vermählung von Hal Jordan mit der planetenfressenden Belzebeth zu deren Festmahl werden soll, regt sich etwas in Hal … die Erinnerung an ein anderes Universum und an eine intergalaktische Organisation namens … Green Lantern Corps?! Plus: die elektrisierende Rückkehr von Air Wave!

Review

In einer schönen Beständigkeit erwartet den geneigten Green Lantern Leser alle sechs Monate ein neues Abenteuer von Hal Jordan. Doch nach dem erschütterndem Ende des zweiten Bandes fragt man sich: wie geht es mit Hal nun weiter? Denn wie der Klappentext und Titel des Bandes es verraten, so haben die Blackstars anscheinend obsiegt. Diesem Rätsel muss nun auf den Grund gegangen werden!

Inhalt

Der dritte Band um Grant Morrisons Green Lantern Geschichten umfasst im Endeffekt die komplette Mini-Serie „Blackstars“, die auch hauptsächlich ins Gewicht fällt. Wieso das Annual nahezu irrelevant ist, dazu später mehr. Im Endeffekt ist der Aufhänger für die Story recht grob umrissen. Hal Jordan musste die Miracle Machine im letzten Band auslösen um den Qwa-Man zu besiegen und hat damit sich ein Universum gewünscht indem die Blackstars an der Macht sind. Die Lanterns und alles was zu ihnen gehört existieren nicht mehr und stattdessen führt Hal Jordan als Blackstar Parallax nun den Willen von Controller Mu aus.

Dabei ist die Story gerade zu Beginn ein echter Brocken. Vieles wirkt, vielleicht auch bewusst, kontextlos, wirr und Morrison dreht voll auf was Wortkreationen und andere Absurditäten angeht. Schwung kommt gar nicht erst auf und eigentlich sitzt man als Leser nur dabei und beachtet wie toll Morrison sich Wörter und Konzepte ausdenkt. Den Band aber hier zu zerreißen wäre aber zu harsch, denn beim zweiten Blick, wenn man über irgendwelche satanischen Wesen hinweg sieht, erkennt man was für eine zynische Welt sich Morrison dort ausgedacht hat. Die Blackstars als totalitäre Einheit, die nur Assimilation oder Vernichtung kennt (hey, die Borg!) und den Frieden auf Kosten von freiem Willen bringt. Ein interessantes Konzept bzw. Konflikt zwischen Autorität, freiem Willen und Frieden, wenn auch sehr sperrig inszeniert.

Doch da kommen wir zum Pluspunkt des Bandes. Je länger diese kleine Blackstars Episode läuft, desto mehr entfernt man sich von dem manchmal sehr hochtrabenden Meta-Niveau. Die Geschichte erhält Kontur, Form und einen roten Faden, der sich in einem kurzen und knackigen Finale entlädt. So vertrackt der Auftakt war, so schnörkellos ist schon fast das Ende. Mehr kann und sollte man an dieser Stelle aber auch nicht zum Inhalt verraten, denn Spoiler wären dabei die nötige Konsequenz.

Abschließend muss man noch kurz das Annual erwähnen. Hier huldigt Morrison im Ende nur der großen Historie der Familie Hal Jordans und inszeniert eine kurze aber fast schon überflüssige kleine Geschichte um Hals Sippe. Insbesondere „Air Wave“ wird hier prominent in Szene gesetzt, ebenso wie eine Kritik am Smarthphone Gebrauch. Aber mehr wird einem von diesem doch recht schwachen Annual nicht hängen bleiben.

Optik

An der Optik kann man nicht groß etwas aussetzen. Klar ist Xermanico kein Liam Sharp, der für die drei Hefte den Zeichnersessel frei räumte. Aber hier zu kritisieren wäre unfair gegenüber Xermanico, denn sein Zeichenstil ist trotz allem sehr detailgetreu und bringt dem Leser eine übersichtliche aber dynamische Story nahe. Zudem folgt man dem durchweg sehr düster gehaltenen Design der Blackstars auch inhaltlich und schafft eine beklemmende Atmosphäre, was der Story durchaus zugutekommt. Denn immer wenn die Story einen zu verlieren droht, weiß die Optik durch intelligente Panelaufteilung, starke Einzelaufnahmen oder auch nur mal geschickte Farbsprenkler den Leser davon abzuhalten den Band zur Seite zu legen.

Leider verhält es sich beim Annual optisch genauso zum Rest wie inhaltlich. Giuseppe Camuncolis Werk ist an und für sich nicht schlecht, aber leider fehlt hier vor allem der Mut zur Kante. Das eine oder andere Design mag kurzfristig ansprechend sein, aber am Ende bleibt auch hier visuell wenig hängen. Schade eigentlich.

Fazit

Ein Fazit zu diesem Band fällt irgendwie schwer. Es gab Momente, gerade zu Beginn, da war die Überlegung nah, den Band einfach wieder zur Seite zu lesen und später wieder aufzugreifen. Zu verkopft, schräg und manchmal einfach völlig drüber war der Beginn. Und so richtig in Fahrt kommt die Story als Gesamtes auch nicht, sodass man fast geneigt wäre, den Band nicht zu empfehlen. Doch dann blitzen immer wieder Momente auf, die die Lektüre wieder unterhaltsam machen. Ein Hal Jordan quasi in Bestform, interessante wie kritische Überlegungen und ein furioses Finale, das den schwachen Auftakt vergessen lassen. Dazu mit Xermanico einen Zeichner am Brett, der durchaus weiß wie er die Geschichte visuell zu erzählen hat um atmosphärisch wie inhaltlich diese vor Fallstricken zu bewahren.

Einziges Manko ist und bleibt das Annual. Hier hat Morrison komplett danebengegriffen und man nimmt es halt mit, weil es eh im Band dabei ist.

Unterm Strich bleibt für das Fazit für den dritten Green Lantern Band folgendes zu sagen: Wem Grant Morrisons bisheriges Schaffen an Green Lantern gefiel oder es wenigstens unterhaltsam fand, kann auch mit dem dritten Band weiterhin nichts falsch machen. Jene, die nach Band 2 noch mit sich hadern, sollten in dem Band wenigstens eine Möglichkeit sehen, die Story dann wenigstens zu einem kleinen Abschluss zu bringen.

Autor: Grant Morrison

Zeichner: Xermanico, Giuseppe Camuncoli

Inhalt: The Green Lantern: The Blackstars #1-3, The Green Lantern Annual #1

Preis: 14€

Erstveröffentlichung: 08.09.2020

Format: Softcover

Seiten: 116

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

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