Rezension: Flash Forward – Wally Wests Rückkehr

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

RENNEN GEGEN DIE FINSTERNIS

Einst war Wally West als Flash ein strahlender Held. Doch diese Zeiten scheinen endgültig vorbei, denn er ist vom rechten Weg abgekommen und sitzt im Gefängnis. Doch plötzlich taucht ein übermächtiges Wesen, der Wächter der Dimensionsgrenzen, in Wallys Zelle auf und beauftragt ihn, gleich mehrere Universen vor der Macht des Dunklen Multiversums zu retten. Bei seinem Rennen gegen die Finsternis trifft Wally in den verschiedenen Dimensionen sogar auf US-Präsident Superman und muss sich dem zum Blutsauger gewordenen Batman der Vampir-Erde stellen…

Die rasante Miniserie um Fanliebling Wally West, inszeniert von Scott Lobdell (X-Men, Happy Death Day) und Brett Booth (FLASH, JUSTICE LEAGUE OF AMERICA), komplett in einem Band.

Review

In der polarisierenden Maxi Story „Heroes in Crisis“ von Tom King, haben die Leser einen Wally West gesehen, den Sie bisher nicht kannten.

Nachdem der Flashpoint, ausgelöst von Barry Allen, das New 52 Universum kreiert hat, gab es viele Veränderungen zu vorher. Eine der größten Änderungen war die Abwesenheit von Wally West. Man hatte damals den farbigen Charakter von Wallace eingeführt, der bis heute bestand und auch seine Fangemeinde hat, dennoch war der Wally, den Generationen von Fans, kannten weg. Besonders Leser, die Mitte der 80er / Anfang der 90er zu den Comics gestoßen sind, kannten eher Wally statt Barry Allen als Flash. Hatte dieser sich doch in der Crisis Mitte der 80er geopfert und so dafür gesorgt das Wally von Kid Flash zum regulären Flash aufgestiegen ist. Nachdem Geoff Johns 2009 Barry Allen in die Comics zurück brachte, hatte man das Problem das zwei aktive Flash im Dienst waren. Es wurde viel probiert, das NEW52 aber schließlich genutzt um Wally ganz zu entfernen. Zum Leidwesen der Fans. Es war dann ebenfalls Johns der 2016 das Rebirth Special schrieb, das die ganze Rebirth Initiative gestartet hat und dort Wally endlich nach Hause holte.

Und hier entstanden die Probleme für Wally. Nun war er zurück aus der Speedforce, aber bis auf Barry und einige Auserwählte, erkannte ihn sonst niemand. Seine Frau konnte sich nicht an ihn erinnern. Seine Kinder haben nie existiert. Es ist nicht schwer gewesen nachzuempfinden, wie sehr er sich abgetrennt vom Rest der Welt fühlte. Daher ging Wally in oben erwähnter Tom King Story ins Sanctuary. Eine Einrichtung, die Superhelden mit der Bewältigung ihrer Traumata unterstützen sollte. Doch Wally ist dort erst recht zusammengebrochen. Sein Schmerz hat ihn überwältigt und seine Kräfte gerieten kurz außer Kontrolle. In dem kurzen Moment hat er dann einige seiner Mitstreiter umgebracht, darunter auch sein Teamkollege von den Titans, Arsenal. Was die Fans dann am meisten irritiert hat, war das Wally versucht hat alles zu verschleiern und die Schuld auf Booster Gold und Harley Quinn zu schieben.

Inhalt

Der lange Weg in die Vergebung

Der Band startet damit, dass wir Wally im Gefängnis sehen, wo er sich in Flash Manier im Selbstmitleid ertränkt. Natürlich trachten ihm einige Insassen dort nach dem Leben. Warum sollte man ihn auch von anderen Insassen isolieren? Schlussendlich wird er allerdings von Tempus Fuginaut befreit. Dieser ist ein Wächter des Multiversums der Wally und seine immensen Fähigkeiten braucht. Dieser muss durch das Multiversum reisen und Welten vor dem Dunklen Multiversum beschützen, trifft dabei auf alle möglichen Parallelwelt Figuren und nutzt seine Kräfte und Intelligenz um den Sieg zu holen. Tempus Fuginaut lässt ihn währenddessen aber im Dunkeln, was das eigentliche Endziel dieser Aufgabe ist. Der Weg dorthin lässt ihn auf Vampir Versionen der Justice League treffen, gegen ein Team kämpfen das erstaunliche Ähnlichkeiten zu Marvels X-Men aufweist und es gibt ein Wiedersehen mit seinen Kindern (jeder der jetzt Spoiler ruft, möge bitte einen Blick aufs Cover werfen). Im Nachgang bekommen wir dann noch mal Wally in seiner neuen Position und dem neuen Kostüm zu sehen. Wir flanieren entlang der Geschichte des DC Universums und bekommen eine Einleitung zum Death Metal Event!

Optik

Der Teil ist schwer zu beschreiben. Ich bin ein riesen Fan von Brett Booth und seinem Inker Norm Rapmund. Das große Problem dabei ist folgendes: Booth zeichnet den wohl schönsten Rebirth Wally überhaupt (ok, persönliche Meinung). Er ist genial darin extrem dynamische und vor Energie strotzende super Athleten in Szene zu setzten. Was nicht unbedingt seine Stärke ist, sind Variationen in den Gesichtern und den damit verbundenen Emotionen. Die leisen Töne. Die subtilen Details. Nicht, dass er es gar nicht beherrscht, aber diese Geschichte hätte stark von mehr Gefühlen profitiert. Man bekommt hier also schmackhaftes, energetisches Artwork. Aber beim Storytelling macht man in der Gefühlswelt leichte Abstriche.

Fazit

Verschoben und Verschoben. Hat sich das lange Warten gelohnt?

Der Band sollte eigentlich bereits längst erschienen sein, wurde aber immer wieder verschoben. Das könnte daran liegen dass das englische Paperback auch erst recht spät kam. Dazu noch Covid und schon hängt man weit hinterher. Um für Panini hier erst mal eine Lanze zu brechen: Es gibt einen guten Grund. Panini hat uns hier das gleiche gegeben, was man auch im US Paperback findet. Und dort bekommt man neben der eigentlichen Reihe, zum Abschluss noch das „Generation Zero: Gods Among Us Special“. Das besondere hier dran? Nun, das Special gab es nie in Heftform. Es sollte zum Free Comic Book Day in den USA erscheinen, wurde dann aber gecancelt als Dan DiDio DC verlassen musste und 5G gecancelt wurde. US Leser, die also eher Hefte sammeln, sind dort in der abstrusen Situation, dass sie das Flash Forward Event als Heft Zuhause haben, sich nun aber den Paperback kaufen müssen, wenn Sie die 20 Seitige extra Ausgabe auch in Ihrer Sammlung haben möchten. Noch surrealer wird das Ganze, wenn man bedenkt das im Flash 750 Special die Story, bis auf die letzten 7 Seiten und dem Cover, abgebildet ist. Diese hat Panini im vorigen Flash Band deshalb komplett rausgelassen, und uns hier das Extra im Ganzen gegeben. Die deutsche Veröffentlichung ist damit also im Gegenteil zur englischen Variante sehr unkompliziert.

Das andere Problem ist allerdings, dass meine persönliche Erwartungshaltung an den Band enorm gestiegen ist, während ich gewartet habe. Zeitgleich habe ich angefangen schon Death Metal auf Englisch zu lesen. Mein Appetit auf diesen Band stieg also immer weiter an. Bekommen habe ich dann leider eine Story, die schön anzusehen und generell nicht schlecht ist, aber auch nicht wirklich über „ganz gut“ für Flash Fans hinaus geht. Der Band macht wie gesagt Spaß, man liest ihn fix in einer Sitzung durch, bekommt interessante Welten zu sehen und freut sich über das Recap der DC Geschichte. Problematisch sind hier aber das Pacing und die leisen Momente. Der Band hat ein ungemeines Tempo. Was Wally hier im Sauseschritt erlebt ist schon heftig. Im Gegenzug dazu macht er unglaublich viel mit, bis er überhaupt mal auf die Idee kommt seine Mission zu hinterfragen. Der ganze Band ist extrem Plot getrieben. Es werden Ereignisse abgearbeitet, die Gefühle der Charaktere und deren Entwicklung aber nur recht oberflächlich behandelt. Im Kern hätte dies ein extrem herzzerreissender Band, mit einem wahren Wechselbad der Gefühle sein müssen. Da man die menschliche Interaktion aber auf ein paar wenige Seiten begrenzt hat, können grad Leser, die Wally noch nicht besonders kannten, nicht im geringsten den emotionalen Aspekt dessen, was dort geschieht begreifen. Überhaupt bringt es das Heroes in Crisis Problem statt zu einer Lösung doch eher zu einer neuen Frage. Denn wenn Wally die Kontrolle verloren hat, weil er seine Familie so vermisst hat, kann man nicht verstehen wie beiläufig seine Familie hier abgehandelt wird.

Wie gesagt, der Band macht Spaß, die Ideen sind gut, das Artwork kann sich wirklich sehen lassen. In seiner eigentlichen Mission hat die Geschichte aber leider eher versagt. Im Bezug zu Death Metal muss man sagen, dass der Band kein absolutes Muss ist, ich aber schon empfehlen würde ihn zu lesen. Da der „neue“ Wally doch recht prominenter Teil des Death Metal Events ist. Generell kann ich den Band grad Flash Fans natürlich empfehlen. Wenn man über die von mir genannten Mankos hinwegsehen kann, ist es ein guter Band.

Autor: Scott Lobdell

Zeichner: Brett Booth

Inhalt: FCBD: Generation Zero – Gods Among Us, Flash 750 (VI), Flash Forward 1-6

Preis: 20,00 €

Erstveröffentlichung: 12.01.2021

Format: Softcover

Seiten: 180

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

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