Rezension: Deathstroke: Der Tod von Deathstroke

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

Der Killer, die Titanen und der Tod

Deathstroke ist der tödlichste Auftragskiller der Welt. Und er ist ein alter Feind der Teen Titans. Deren Anführer Robin – einst selbst von seiner verbrecherischen Mutter zum Attentäter erzogen und trainiert – entschließt sich mit seiner jungen Heldentruppe, Slade Wilson endgültig aus dem Verkehr zu ziehen. Und so stellen sich Kid Flash, Red Arrow und die anderen jungen Titanen Deathstroke zum vielleicht letzten Kampf. Der wiederum erfährt von Robins finsterstem Geheimnis, das dieser sogar vor seinen Teamkameraden verbirgt – und dann schlägt der Tod unerbittlich zu!

Das komplette Crossover zwischen Slade und den Teen Titans sowie das Serienfinale der Deathstroke Serie in einem Band, inszeniert von Christopher Priest (Deadpool), Adam Glass (Supernatural), Carlo Pagulayan (Planet Hulk) und anderen.

Review

Christopher Priest hat uns seit dem Rebirth mit einem unglaublich guten Run zum Terminator beglückt! Und in diesem besonders dicken Band zum Abschluss liefert er abermals ab! Dazu bekommen wir die komplette Terminus Agenda Story. Diese war ein Crossover zwischen der aktuellen Teen Titans Reihe und Deathstroke. Wie immer passiert in dem Band unglaublich viel! Priest spart nicht mit Worten und Slade nicht mit Taten!

Der Band knüpft natürlich am Ende des letzten Bands an. Dort haben wir Robin und Kid Flash gesehen, die sich Slades Zelle in Arkham genauer angeschaut haben.

Natürlich der Start zum Crossover „Die Terminus Agenda“.

Ein Wehrmutstropfen gleich vorweg: Selbst nach Ende der Reihe, wissen wir immer noch nicht ob Slade tatsächlich im All gegen die Pulorianer gekämpft hat, oder doch durchgedrehter ist als man bisher dachte.

Viele Comicreihen leiden heutzutage etwas unter Formatdruck. Da später Paperbacks zusammengestellt werden, kommt es öfter mal vor das Storys etwas langgezogen wirken, und einige Hefte anscheinend nicht wirklich viel Inhalt bieten. Im Gegensatz gibt es auch die Reihen die am Ende sehr gehetzt wirken um noch alle Fäden irgendwie zusammen zu bekommen. Priest war hier von Anfang an sehr Oldschool und war bemüht, das jedes Heft genug Inhalt hat um auch allein stehen zu können. Trotzdem wurden aber zusammenhängende Storys erzählt. Das bringt in der Regel die eine oder andere Sprechblase und vor allem eine größere Anzahl an Panels mit sich. Deathstroke ist dabei eine der Reihen, die all das hat und trotzdem nicht langatmig wirkt. Die Geschichten sind schlichtweg tief und vielschichtig.

Also, was passiert nun im finalen Band?

Inhalt

Go out with a Bang!

Der Band beginnt mit einem kleinen Intermezzo. Slade kämpft gegen den Electrocutioner und erledigt einen Auftrag. Angewiesen auf Freelancer, bekommt er Gewissensbisse und möchte den Hintergrund für sein aktuelles Opfer erfahren. Zeitgleich spricht Commissioner Gordon mit Wintergreen über Deathstroke. Hier hören wir auch das erste mal von „The Other“. Priests Gespür für tolle Dialoge kommt hier sehr gut zum tragen! Danach starten wir umgehend in die Terminus Agenda.

Robin plant Slade endgültig dingfest zu machen. Er ersinnt einen Plan für die Teen Titans und mit Hilfe von Slades Sohn Jericho gelingt es Ihnen Deathstroke zu fassen. Robin sperrt diesen in sein geheimes Verließ und kommt ins Grübeln ob Slade den Tod verdient hat. Das Ende der Geschichte ist dann auch der Tod von Slade. Das Ganze ist mehr eine Titans Story, dreht es sich hierbei mehr oder weniger bloß um die Spannungen im Team, die sich durch Robins geheimes Gefängnis und den Interaktionen untereinander entfalten. In all dem geht fast sogar unter was ein perfider Plan die „Terminus Agenda“ am Ende darstellt. Slades vermeintliches Ableben setzt dann allerdings den Abschluss von Priests Run in Gang.

Und in diesem geht es erst mal darum wie die Nebencharaktere der Reihe mit dem Tod von Slade umgehen. Jericho wirkt getrieben von Schuldgefühlen, oder vielleicht steckt doch mehr dahinter? Rose / Ravager versucht Slades Andenken zu ehren indem sie seinen letzten Auftrag zu Ende führen will. Allerdings kommt Ihr dabei Shado in die Quere! Ihr Bruder Jericho eilt ihr zu Hilfe. Zum Leidtragen seines Ikon Anzugs, der dabei zerstört wird. Um seine Schwester davon abzuhalten den Verantwortlichen für Slades Tot zu ermorden, lässt er sich von APEX LEX dazu überreden das Kräfteupgrade anzunehmen, das für seinen Vater gedacht war. Und so ist auch die Deathstroke Reihe dann Teil des Jahr der Schurken.

Um den Bogen komplett zu spannen, taucht auch noch ein Gast aus dem dunklen Universum auf. Dieser leitet dann den finalen Storybogen ein. Darüber möchte ich aber nicht mehr viel schreiben, um noch so viel Spannung wie möglich zu lassen. Ich kann nur sagen das der Cast mächtig durchgeschüttelt wird und wir uns auch von einem weiteren Mitglied der Familie verabschieden müssen!

Optik

Insgesamt haben wird 5 Zeichner in diesem Heft. Fernando Pasarin, Bernard Chang, Carlo Pagulayan, Sergio Davila und Pop Mhan. Wie man aus meinen bisherigen Rezensionen kennt, bin ich ein großer Fan von einem konstanten visuellen Stil in einem Band. Und man glaubt es kaum, das ist auch mit 5 Zeichnern gelungen. Zugegeben, es war vor allem ein Heft in dem Band wo ganze 3 Zeichner beteiligt waren, was die ganze Sache natürlich von den Zahlen nach oben treibt. Und dennoch, ich bin fasziniert wie der Band trotz teilweise großer Unterschiede in den Zeichnungen, allen voran getrieben durch die Teen Titans Reihe, es schafft eine gleichmäßige Stimmung zu halten. Die Wechsel haben mich nicht aus der Story gezogen, da muss man auch eine große Lanze brechen für die Koloristen Jeremy Cox, Carrie Strachan und Marcelo Maiolo. Denn grad wenn die Zeichenstile abweichen, sind es vor allem die Farben, die dafür Sorgen können das am Gesamtbild der Stimmung nicht zu viel gerüttelt wird! Klasse Arbeit!

Und wenn wir schon dabei sind müssen wir auch die Tuschezeichner loben. Ganze 12 (!) haben an dem Band gearbeitet. Und auch wenn man die Unterschiede sieht, bleibt das Hauptargument stehen. Ein homogenes Ganzes mit eher dunklen Tönen, passend zu Deathstroke!

Fazit

Der Beste Run im Rebirth?

Priest liefert ab! Und das konstant! 50 Hefte hatte sein Deathstroke Run seit dem Rebirth. Dazu Annuals und Crossover mit den Teen Titans. In der heutigen Zeit ein alles andere als kurzer Run und dann auch noch mit dem gleichen Autor! Und es hat sich bezahlt gemacht. Keine Wendungen die direkt wieder rückgängig gemacht werden. Nein, konstante Qualität, tolles Storytelling und schönes Artwork! Dieser Band liefert einen tollen Abschluss. Und wenn man bedenkt das dieser Band allein ein Crossover mit den Teen Titans beinhaltet, ein Tie-in zum Jahr des Schurken darstellt und sogar das dunkle Multiversum mit dabei ist, fragt man sich wie bei all dem Wust noch so etwas tolles dabei rauskommen konnte!

Aber es funktioniert nahe zu perfekt! Gut, wir haben ein paar Diskrepanzen zwischen den Titans Heften und den Deathstroke Teilen des Tie-Ins ( in einem Heft ist Slade mit Ketten gefesselt, im anderen mit Schnüren), aber das tut keinen Abbruch und ich fühle mich als Rezensent hier einfach genötigt auch irgendwas anzumerken das nicht perfekt ist. Die Interaktionen zwischen Robin und Deathstroke und wie dieser Robin über sein Ego immer wieder manipuliert sind ein besonderer Leckerbissen. Kein Wunder, hatte Priest doch dafür gestimmt das man Robin tatsächlich als Deathstrokes Sohn retconned um ein noch interessanteres Spielfeld zu öffnen.

Christopher Priest fühlt sich an wie der perfekte Autor für Deathstroke. Eigentlich würde ich mir wünschen das er die Reihe weiter schreibt. Denn er hat die Gelegenheit nicht genutzt alles selbst zu erklären. Er hat einiges für seinen Nachfolger überlassen. Dazu die Frage der Pulorianer. Hat Slade auf Ihrem Planeten gekämpft? Oder doch einfach nur einen Haufen Obdachlose dahingemetzelt? Auch die Frage wer „The Other“ ist, wurde nicht geklärt. Und unsere liebgewonnenen Nebencharaktere? Alle haben sehr gute Ausgangspunkte für neue Geschichten! Naja, alle die noch Leben jedenfalls. Priest hat damit nicht nur einen tollen Run geliefert, sondern auch dafür gesorgt das der nächste auf einem starken Fundament startet!

Wer sich bisher nicht an Deathstroke getraut hat, weil er davon ausgeht ein Heft voller Gemetzel zu bekommen sollte schleunigst umdenken! Deathstroke ist die Geschichte einer dysfunktionalen Familie. Wie die zerstörerischen Charakteristika einer Person die ganze Familie in einen Sog zieht und sich daraus ein beklemmendes Hin und Her gegenseitigem Verletzens entsteht. Wie Liebe sich in Hass wandelt und Loyalität sich fast zu einer Währung entwickelt. Und Priest schafft es ebenfalls immer wieder den schmalen Grad entlangzuwandern, der uns einerseits für Deathstroke die Daumen drücken lässt, uns andererseits auch immer wieder eines glasklar vor Augen führt: Deathstroke ist ein Arsch. Er ist der Villain in der Story. Er ist nicht der weiche Kern in der rauen Schale. Er ist ein gestörtes Monster der selbst den Leser mit seinen Spielchen immer wieder rumkriegt.

Mein finales Fazit: Kauft nicht bloß diesen Band. Gönnt euch die komplette Reihe. Aus irgendeinem verrückten Grund ist Deathstroke immer noch leicht unter dem Radar. Aber sobald klar wird, was für ein Juwel die Reihe ist, wird es bestimmt nicht lang dauern bis wir auch hier einzelne Bände haben werden, die nur noch gebraucht und dann unverschämt teuer zu haben sind! Das Ziel ist also klar ausgewählt. Ihr müsst es jetzt nur noch zuschnappen!

Autor: Adam Glass, Christopher Priest

Zeichner: Bernard Chang, Carlo Pagulayan

Inhalt: Deathstroke 41-50, Teen Titans 28-29

Preis: 31,00 €

Erstveröffentlichung: 29.09.2020

Format: Softcover

Seiten: 316

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

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1 Antwort

  1. 11. Dezember 2020

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