Rezension: Das Dunkle Multiversum – Die Chronik der Finsternis

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

Finstere Legenden

In der verzerrten Realität des Dunklen Multiversums verlauf die größten Ereignisse der DC Historie anders: der Sturz des dunklen Ritters, der Tod von Superman, die Blackest Night, die Infinite Crisis und die Saga um den JudasAuftrag. Hier dauert Azraels Gewaltherrschaft über Gotham weiterhin an, Lois Lane hasst die Welt ohne ihren Stählernen, Blue Beetle verändert den Lauf der Dinge, die Titans werden vom Schicksal eingeholt und die Dunkelste Nacht endet niemals.

Review

Seit dem „Batman: Metal“ Event ist das dunkle Multiversum dank Scott Snyder und Greg Capullo ein Teil des DC Kosmos. Doch bisher konnte man nur einen Blick auf verschiedene Batman Geschichten werfen, die den dunklen Ritter in diversen Arten der Dunkelheit anheimfallen ließen. Doch neben dem lachenden Batman und den „Batmen from Hell“ gibt es noch viel mehr in diesem dunklen Spiegeluniversum. Man reist also an der Seite des Tempus Fuginaut (quasi DCs Version von Uatu) an der Schnittstelle des normalen und dunklen Multiversums und betrachtet bekannte Meilensteine der DC Historie durch eine düstere Linse.

Inhalt

Der Band beinhaltet die komplette Reihe der „Tales from the Dark Multiversum“ Hefte, die bekannte Meilensteine neu und düster interpretieren. Die Auswahl ist ziemlich gelungen. Man hat eine Superman und eine Batman Story, mit der Blackest Night und der Infinite Crisis werden die Events abgehandelt und mit dem Judas Auftrag hat man eine kleine Überraschung. Auch die Verknüpfung aller Geschichten durch den Tempus Fuginaut ist eine gute Lösung und lässt das ganze eher wie eine Reise durchs dunkle Multiversum wirken anstatt einer losen Aneinanderreihung von Storys.

Prinzipiell sind die Storys allesamt auch durchweg gut. Die „Batman: Knightfall“ Story wird von niemandem geringeren als Scott Snyder in Zusammenarbeit mit Kyle Higgins geschrieben. Hier konnte Batman die Zeit Azraels als Batman nicht stoppen, sodass dieser Gotham als „Sankt Batman“ gänzlich übernahm. Diese düstere Aussicht auf wohl eine der bekanntesten Geschichten von Batman, macht wirklich Laune und Snyder versteht eine kurze, düstere und packende Interpretation davon abzuliefern. Auch fängt Snyder den Gedanken des dunklen Multiversum perfekt ein und bringt einem die hoffnungslose Welt wunderbar nahe.

Nach dem mehr als soliden Auftakt darf Jeff Loveness dann den „Tod von Superman“ anpacken. Superman stirbt hier ebenfalls, doch Lois Lane versinkt danach in tiefster Trauer und entwickelt auf die Welt einen unbändigen Groll. Durch eine Möglichkeit kann sie dann ihren Rachegelüsten nachgeben und der Welt ihren Schmerz teilen. Die Story ist simpel, aber effektiv. Loveness weiß genau wie er Lois Lane hier charakterisieren muss, damit der Tod von Superman einer dunklen Zukunft den Weg ebnet

Das Highlight ist dann aber das Heft um die Blackest Night. Hier gab Sinestro niemals die Kraft der White Lantern frei und behielt sie für sich. Die Folge: das Black Lantern Corps gewann und die Blackest Night ging über das Universum hernieder. Hier kann Tim Seeley eine interessante Story rund um Hoffnung, Verzweiflung und Egoismus zu Papier bringen, die dem Green Lantern Klassiker einen frischen Dreh gibt. Außerdem weiß Seeley seine willkürlich wirkende Truppe an letzten Helden gezielt einzusetzen, sodass man ganz klar mitzufiebern weiß.

Die Infinite Crisis, die von James Tynion IV geschrieben wird, erhält ihre Wendung, dass Blue Beetle überlebt und Maxwell Lord tötet. Die Folge, dass sich Blue Beetle danach um Checkmate und Brother Eye kümmert, führt zu weitaus schlimmeren Wegen des Events. Schön ist hier, dass nicht das Event selbst im Fokus steht, sondern viel mehr die Figur des Ted Kords und wie er durch sein Überleben und die neue Macht korrumpiert wird. Da kann man über etwaige Pacing-Probleme der Story hinwegsehen.

Den Abschluss macht dann der „Judas-Auftrag“ von Kyle Higgins und Mat Groom. An und für sich ist die Story gar nicht so stark wie die anderen. Denn im Grunde ist es eine brutale Szene nach der anderen, die das komplette Ausmaß von Terras Kräften zeigt. Viel mehr glänzt das Heft hier durch die Offenbarung, dass manchmal auch Akte des Mitgefühls zu Katastrophen führen können und die scheinbar dunklen Ereignisse noch düsterer hätten ausfallen können.

Optik

Die Optik des Bandes ist wirklich gut. Zwar wird jedes Heft von einem anderen Zeichner verwirklicht, doch das ist diesmal alles andere als negativ zu verstehen. So wirkt jede Geschichte eigenständig und besitzt ihre eigene Note. Die „Knightfall“ Story von Javier Fernandez wirkt zugleich kühl und lodernd. Beim „Tod von Superman“ darf Brad Walker seine hoch detaillierten Zeichnungen in großen Paneelen zur Schau stellen, während Kyle Hotz bei der „Blackest Night“ mit einer unfassbar düsteren Grundstimmung den Tod exakt trifft. Das Highlight ist Aaron Loprestis Arbeit an der Infinite Crisis, die einfach absolut stimmig und wahnsinnig toll illustriert ist. Tom Raneys Judas Contract“ flacht leider im Vergleich zu all den anderen Heften etwas ab und wirkt etwas farb- und lieblos.

Fazit

„Das dunkle Multiversum – Die Chronik der Finsternis“ ist überraschend gut. Vorab bestand die Befürchtung, dass die Hefte die bekannten Geschichten zum Teil nur wiedergeben und gar kein allzu großer neuer Stoff dabei herumkommt. Doch man wurde eines Besseren belehrt! DC schafft es hier den einzelnen Geschichten durch die Bank neue Impulse und wirklich bittere alternative Verläufe zu geben. Man erwischt sich auch dabei, bei jeder Story noch irgendwie auf das Gute zu hoffen und am Ende von der unüberwindbaren Verzweiflung des dunklen Multiversums überwältigt zu werden.

Ansonsten muss man DC auch noch für die Auswahl der Storys loben. Man hat individuelle Fehlschläge, große Events und auch eine kleine Teamstory, deren unterschiedliche Verläufe haben. Außerdem sind genügend verschiedene Figuren und Epochen im Fokus, sodass der Band abwechslungsreich genug wirkt und nicht langweilt. Auch die Rahmenhandlung mit dem Tempus Fuginaut sollte man lobend erwähnen, da es den Band davor bewahrt eine reine Sammlung von Geschichten zu werden. Ebenfalls hat Panini Comics Deutschland gut daran getan, die Original Hefte der Handlungen, die im englischen Paperback und Hardcover enthalten sind, durch kleine Vorworte bei den Heften zu ersetzen. So blieb der Band trotz seines Umfangs weiterhin lesbar, es gibt kaum Gutterloss und die Infos der Vorworte reichen in Kombination mit den Heften aus um alles zu verstehen.

Abschließend muss man sagen, dass der Band extrem empfehlenswert ist. Die Qualität des Inhalts ist hoch und die Zeichnungen sind ausnahmslos solide oder gut. Wer also mehr Eindrücke vom dunklen Multiversum, altbekanntes neu interpretiert oder schlicht gut unterhalten werden möchte, kann hier nichts verkehrt machen.

Autor: Scott Snyder, Kyle Higgins, Jeff Loveness, Tim Seeley, James Tynion IV, Mat Groom

Zeichner: Aaron Lopresti, Brad Walker, Javier Fernandez, Kyle Hotz, Tom Raney

Inhalt: Tales from the Dark Multiverse: Batman: Knightfall #1, Tales from the Dark Multiverse: The Death of Superman #1, Tales from the Dark Multiverse: Blackest Night #1, Tales from the Dark Multiverse: Infinite Crisis #1, Tales from the Dark Multiverse: Teen Titans: The Judas Contract #1

Preis: 27 Euro

Erstveröffentlichung: 28.07.2020

Format: Softcover

Seiten: 268

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

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