Rezension: Catwoman 5 – Auge um Auge

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

Revierkampf in Gotham

Meisterdiebin Selina Kyle ist zurück in Gotham City. Hier will sie nach dem Joker War ihr altes Jagdrevier Alleytown für die nächste Generation junger Streuner und Diebe von brutalen Gangstern sowie korrupten Cops zurückerobern. Catwoman ahnt allerding nicht, dass der rachsüchtige Verbrecherkönig Pinguin sie wegen ihres Verrats tot sehen will und ihr den biblisch fanatischen Killer Pater Valley auf den Hals hetzt…

Review

Sind wir vorab mal ehrlich: der Catwoman Band hat einfach ein unfassbar ungnädiges Timing. Die große Storyline um Villa Hermosa und die Rückkehr nach Gotham während des Joker Wars ist abgeschlossen, doch Future State steht schon vor der Haustür. Dementsprechend ist das Maß, das man an „Auge um Auge“ setzt, relativ vorsichtig. Denn was will Neu-Autor Ram V, der die Reihe von Joelle Jones übernommen hat, nun in den wenigen Heften lostreten? Nun, das schauen wir uns mal im Detail an und prüfen ob der Band ins Regal soll oder nicht!

Inhalt

Wie der Klappentext es uns verrät, bringt Ram V die gute Seline Kyle in ihre alte Heimat in Gotham: Alleytown. Direkt angekommen beginnt sie auch, passend für eine Katze, ihr altes/neues Revier zu sondieren und markieren. Dabei nimmt sie sich eine Gruppe junger Kleinkrimineller an, lässt sich von alten Verbündeten die aktuelle Lage erklären und fackelt nicht lange den örtlichen Verbrechern zu zeigen wie die Katze spielt. Im Hintergrund dagegen werden gleich zwei Fäden gesponnen mit denen sich Catwoman früher oder später herumärgern muss. Einerseits ist der Pinguin auf Rache aus und anscheinend hat Catwoman einen neuen Feind bzw. Stalker gewonnen, der in Form von Pater Valley testen soll wie viele Leben sie hat. Und die Polizei wird von ihrem alten Bekannten Dean Hadley unterstützt, der wieder in Catwomans Chaos gezogen wird.

Grundlegend muss man sagen: trotz des überschaubaren Umfangs von gerade einmal vier Heften schafft es Ram V die Rückkehr von Catwoman in Gotham gekonnt in Szene zu setzen. Einerseits konzentriert er sich einfach auf das nötigste, was der geneigte Leser wissen muss und packt alle Infos gekonnt in wenige Seiten. Dass das dabei nicht gehetzt oder überladen wird, ist ein zu lobender Kunstgriff, der nicht jedem Autor gelingt. Die wichtigsten neuen und alten Figuren werden gekonnt eingesponnen, dem Leser bei Bedarf noch nahe gebracht und dürfen sich entsprechend an der Story beteiligen. Dabei vergisst Ram V aber nicht wer die Hauptattraktion des Bandes ist und setzt Catwoman dabei gekonnt in Szene. Mit einer Leichtigkeit bleibt Catwoman im Zentrum des Geschehens, treibt es mal aktiv mal passiv voran und spielt ihre Gegner gekonnt gegeneinander aus. Schade ist da nur, dass der Part von Selina Kyle ein wenig zu kurz kommt, aber das wird mit der Zeit sicherlich kommen.

Die Handlung selbst ist in Anbetracht der Umstände solide. In seiner Knappheit weiß Ram V eine geschickte Gangsterstory zu inszenieren, die in jeder Sekunde Action und Spaß bietet. Ehrlicherweise ist es sogar unfassbar wie viel in diesen recht wenigen Heften passiert ohne sich zu verhaspeln, sodass man den Eindruck bekommt die doppelte Menge an Seiten komprimiert dargeboten zu bekommen. Doch genau das bringt den einzigen Kritikpunkt am Hauptpart des Bandes hervor: Die Geschichte wirkt nur wie ein Brückenschlag zur neuen Ära von Catwoman. Viele Fragen und Handlungsstränge werden in Kürze aufgeworfen und dann für den Leser erstmal auf Eis gelegt, da Future State anklopft. Das dämpft den guten Ersteindruck etwas und lässt vor allem Ungeduld aufkommen. Über das Material aus DC Crimes of Passion, das den Band komplettiert, legen wir mal lieber den Mantel des Schweigens.

Optik

An der Optik muss man vor allem Fernando Blanco, der schon lange an der Reihe arbeitet, in den Fokus rücken. Sein reduzierter und von klaren Schatten geprägter Stil passt wunderbar zu Catwoman und dem rauen Stadtteil Alleytown. Die Action wird übersichtlich mit einem guten Lesefluss in Szene gesetzt, hat eine tolle Dynamik und wechselt sich stimmig mit den ruhigen Momenten ab. Hier brilliert Blanco zwar nicht ganz so wie in der Action, da seine Figuren meist etwas leb- bzw. lieblos in ihrer Mimik und statisch wirken. Dennoch kann man sich die Zeichnungen gut anschauen und sie ziehen den Leser ins Setting von Catwoman hinein.

Außerdem muss man noch kurz einen Kommentar zu zwei anderen Zeichnern abgegeben. Juan Ferreyra, der die „Katze gegen Frau“ Story bebildert, ist im zwar durchaus ein guter Zeichner, jedoch mag sein sehr glatter Stil nicht ganz zu Catwoman passen und bricht sich mit dem Gesamtbild des Bandes. Anders dagegen der leider an Krebs verstorbene John Paul Leon, der die „Rückkehr nach Alleytown“ zeichnete. Mit seinen fast schon klobigen oder weichen Schatten und recht zwei-dimensionalen Arrangements wirkte sein Stil auf den ersten Blick ein wenig seltsam anmutend. Doch binnen weniger Panels hat er den Leser gekonnt in das Setting von Catwoman hineinziehen, sodass man fast schon mehr von seiner Vision der Selina Kyle hätte sehen wollen. Zudem passte sein Stil als Gegenpart mit genügend Ähnlichkeiten zu Fernando Blancos Arbeit.

Fazit

Die Katze ist zurück! Nun ja eigentlich war sie nie wirklich weg, doch mit „Auge um Auge“ gelingt es Autor Ram V und seinen Zeichnerkollegen Fernando Blanco, Juan Ferreyra und John Paul Leon gekonnt der Reihe die nötige Frischzellenkur zu verpassen. Zurück in altem Gebiet, aber mit neuen Zielen: So kann der Auftakt mit viel Action und Dynamik den geneigten Leser wieder zurück ins Boot holen und die Spannung auf den weiteren Verlauf der Reihe hochhalten. Und was der Inhalt verspricht, das kann auch die Optik halten. Mit gekonnten Zeichnungen, einer tollen Dynamik und viel Rasanz reißt der Band den Leser bei der Lektüre nur so mit. Da kann man über inhaltliche wie optische kleine Unebenheiten auch geflissentlich hinwegsehen.

Catwoman 5 – „Auge um Auge“ ist ein gelungener neuer Wind im Segel des Catwoman Bootes und bringt viele Sachen in optimaler Weise zu Papier. Wer Angst hatte, dass die Reihe nun absackt, wird beruhigt zugreifen können, denn Catwoman erlebt einen zweiten Frühling. Für Fans der Reihe oder solche, die es bleiben wollen, eine klare Kaufempfehlung!

Autor: Ram V

Zeichner: Fernando Blanco, John Paul Leon, Juan Ferreyra

Inhalt: Catwoman #25-28, Material aus DC Crimes of Passion #1

Preis: 14€

Erstveröffentlichung: 14.09.2021

Format: Softcover

Seiten: 116

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

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