Rezension: Batwoman – Das Klagelied der Fledermaus

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

Im Wunderland des Wahnsinns

Bruce Waynes Cousine Kate Kane ist Gotham Citys neueste Beschützerin Batwoman. Die knallharte Heldin kämpft gegen das Böse auf den Straßen, aber auch gegen die traumatischen Erinnerungen an ihre Vergangenheit voller Verluste. Doch Kates Leben wird noch finsterer und schwieriger, als die wahnsinnige Schurkin Alice mit ihrem brutalen Verbrecherkult dafür sorgen will, dass sich Gotham in ein Wunderland des Schreckens verwandelt…

Review

Wenn TV Serien und Filme anstehen, werden ja gern auch alte Geschichten noch einmal neu aufgelegt. In selbige Kategorie fällt auch „Batwoman: Das Klagelied der Fledermaus“, die Story von Greg Rucka um Kate Kane, die auch als Grundlage für die Arrowverse TV Serie „Batwoman“ diente. Doch wie so oft ist die Frage: für wen lohnt sich der Kauf einer Neuauflage überhaupt? Welche Qualitäten sprechen dafür, dass dieser Band erneut aufgelegt wurde?

Inhalt

Im Grunde ist der Band von Greg Rucka zweigeteilt. Die ersten vier Hefte umfassen dabei die namensgebende Geschichte „Klagelied“, die Batwoman erneut mit der Religion des Bösen und dessen neuer Anführerin konfrontiert. Soweit kann man die Handlung recht Spoiler frei zusammenfassen und damit auch das größte Problem des ersten Handlungsstrangs offenbaren. Denn obwohl Greg Rucka hier eine durchaus ansprechende Story konstruiert, haperte es am Erzähltempo. Manchmal überschlägt es sich schon fast und viele Verkettungen von Umständen geschehen ein wenig überstürzt, wodurch die Spannung etwas leidet. Jedoch gibt es auch ein wichtiges Gegengewicht dazu, wodurch sich dieser Eindruck ändert.

Und dies ist der zweite Handlungsstrang mit dem Titel „Los“. Hier treibt Rucka die Ergebnisse aus der ersten Hälfte des Bandes weiter, wobei sein Mittel dabei vor allem Rückblenden sind. Rucka blättert nach und nach die Schichten von Kate Kanes persönlichen Rückschlägen ab und kreiert so eine vielschichtige Charakterstudie um eine Figur, die stets von Verlusten und Rückschlägen gebeutelt wurde. Dabei baut er auf den vorigen Ereignissen auf, sodass man erst mit fortschreitender Seitenzahl das Gesamtbild erkennt.

Optik

Was Zeichner J.H. Williams und sein Kolorist Dave Stewart in diesen sieben Heften abliefern, sucht seinesgleichen. Batwoman Sequenzen werden von den beiden in einem malerischen, an Aquarell erinnernden Stil in Szene gesetzt. Dadurch bekommen die doch meist Action-zentrierten Szenen einen eleganteren Flair, den aber auch sowohl die titelgebende Heldin als auch ihre Antagonistin versprühen. Die Seiten in denen Kate Kane dagegen haben einen klassischeren Comicstil und wirken mit ihren klaren Linien und Farben etwas geerdeter.

Dieser Mix der beiden Stile ist aber keineswegs unstimmig, ganz im Gegenteil ergänzen sie sich einander optimal. Somit bekommt man ein optisch sehr abwechslungsreiches Spektakel geboten, das zudem die Facetten ihrer Protagonisten gut einfängt. Zudem werden die Stile durch die Panelaufteilung wiederum verbunden. Williams weiss hier absolut zu begeistern, denn die zugleich komplexe aber auch sehr intuitiv gestaltete Seitenaufteilung setzt sich durchaus ab. Einziges Manko: aufgrund der Bindung ist bei den aufwendig gestalteten Splashpages ein ziemlicher Gutterloss zu vermerken, wodurch diese Doppelseiten bei weitem nicht ganz ihre Wirkung entfalten mögen

Fazit

Die Qualitäten von „Batwoman: Das Klagelied der Fledermaus“ sprechen eine klare Sprache. Inhaltlich wird hier eine Story gestrickt, die zwar bei einer detaillierten Betrachtung ein paar Unebenheiten aufweist, aber im Gesamteindruck nicht nur spannend inszeniert ist, sondern vor allem mit ihrer Protagonistin punkten kann. Denn Greg Rucka bringt Kate Kane sowohl als Heldin als auch als Privatperson dem Leser gekonnt nahe und zeichnet mit Hilfe der vielen Rückblenden eine komplexe Charakterstudie, die sowohl die Vorzüge als auch die Fehler seiner Hauptfigur porträtiert. Getoppt wird dies mit der visuellen Top-Arbeit von J.H. Williams III, die in ihrer Ausführung einfach über allem steht.

Für wen lohnt sich also dieser Band? Im Grunde für jeden, denn die Qualitäten des Bandes machen ihn zu einem rundum gelungenen Paket. Einsteiger, egal ob Comics oder bei der Figur Batwoman, erhalten mit dem Band einen perfekten Einstieg, der quasi kein Vorwissen voraussetzt und die Figur mit all ihren Facetten präsentiert. Veteranen erhalten mit dem Band entweder die Möglichkeit eine Lücke in ihrer Sammlung zu schließen oder sehen es als Möglichkeit an, einfach einen vor allem visuell ansprechenden Comic zu bekommen. Unterm Strich kann hier jeder bedenkenlos zugreifen!

Autor: Greg Rucka

Zeichner: J.H. Williams III

Inhalt: Detective Comics VOl. 1 #854-860

Preis: 20€

Erstveröffentlichung: 30.06.2020

Format: Softcover

Seiten: 188

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

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