Rezension: Batman Paperback 8 – Eisige Zeiten

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

Bruce Wayne gegen Batman

Nachdem Catwoman ihre Hochzeit platzen ließ, scheint die Welt von Batman noch düsterer als je zuvor. Als dann die Leichen von ermordeten Frauen aufgefunden werden, macht er gnadenlos Jagd auf den vermeintlichen Täter, den Superschurken Mr. Freeze, und bezwingt ihn in einem brutalen Kampf. Doch stellt ausgerechnet Bruce Wayne, der zum Geschworenen berufen wurde, die Methoden seines Alter Egos Batman infrage und ist gegen eine allzu schnelle Verurteilung von Freeze…

Review

Während die geplatzte Hochzeit neuen Wind in die Batman Story von Tom King bringt und einen Wendepunkt darstellte, ist meine Übernahme der Rezensionen für die Batman Reihe von meinem geschätzten Kollegen Nightwing ein neuer Start. Und die Vorzeichen dieser nächsten Ära sind interessant: wie geht Batman mit dem geplatzten Traum der Ehe um? Ist er schon am Boden und rappelt er sich wieder auf? Können seine Freunde und Verbündeten ihn wie sonst auch von dem Verlust retten? All diese offenen Fragen soll dieser Band irgendwie beantworten und ich mit kritischem Auge draufschauen ob es klappt.

Inhalt

Gleich zwei Storys und ein Zwischenkapitel bietet der achte Paperback von Batman, der auf den schnittigen Namen „Eisige Zeiten“ hört. Und das ist auch schon der Startschuss für die erste Story in der es sich um einen Prozess dreht, bei dem Mr. Freeze unter Anklage steht drei Frauen ermordet zu haben. Seine Schuld steht eigentlich fest, doch in der Jury sitzt auch noch Bruce Wayne und der streut Zweifel am Geständnis des Schurken als auch an Batman. Damit sind die Grundrisse der ersten drei Hefte gut umrissen und Tom King versteht sich darauf, die Figur des Bruce Wayne ebenso in Szene zu setzen wie Batman. Denn im Endeffekt ist diese Story genau dies: eine Bruce Wayne Geschichte. Die Ermittlungen von Batman werden hier gekonnt in reduzierten Rückblenden erzählt und stattdessen darf Bruce Wayne an seinem Alter Ego offen zweifeln. Wie weit reicht das Vertrauen von ihm und der Bevölkerung in Batman, wie weit darf dieses Vertrauen gehen, wann sind Zweifel gerechtfertigt und vor allem: was darf man von Batman hoffen? All das klingt etwas hoch gestochen und manchmal neigt Tom King auch dazu den Leser mit weitausholenden Dialogen zu erschlagen, doch am Ende wirken sie genau richtig.

Nach einem kurzen Intermezzo, das die Beziehung zwischen Batman und Nightwing noch mal in Szene setzt, kommt mit „Spur der Bestie“ die zweite Story im Band. Hier geht es um den Anschlag von KGBeast auf Nightwing (Leser der Heftserie und Nightwing Bände sind schon lange im Bilde) und wie Batman mit dem scheinbaren Verlust seines ehemaligen Protegés umgeht. Dabei kommt das kurze Intermezzo der Story zugute, da so die Rolle von Nightwing in Batmans Leben umso stärker strahlen kann. Denn ansonsten bewegt sich „Spur der Bestie“ in klaren Genregrenzen des Rache-Thrillers. Der Schurke, in diesem Fall KGBeast, führt einen Job aus und wähnt sich in Sicherheit, doch der mächtige Protagonist ist mit eisernem Willen hinter ihm her. Das Ganze entlädt sich dann in einem brutalen Kampf. Kurzum: Die Story hat ihre klare Rolle zu spielen, da anscheinend jemand Batman im Visier hat und unbedingt am Boden sehen will. Leider fehlt dieser Story ansonsten jeglicher Inhalt und verkommt zu einem puren Rachespektakel.

Optik

Gleich drei Zeichner sind an diesem Band zu Werke gewesen: Lee Weeks, Matt Wagner und Tony S. Daniel. Für die erste Story ist Lee Weeks zusammen mit der Koloristin Elizabeth Breitweiser verantwortlich. Sie sind auch das optimale Duo für die etwas ruhigere und von Dialogen getriebene Story. Weeks sowohl simpler aber auch effektiver Stil darf hier insbesondere bei Gesichtern und deren Mimik glänzen und in den wenigen Actionsequenzen vor allem mit seinem Schattenspiel glänzen. Dabei wird das Gesamtbild von Elizabeth Breitweisers gedeckter Farbpalette wunderbar untermalt, sodass durchweg eine kühle aber nicht eisige Grundstimmung geschaffen wird.

Das Intermezzo um Nightwing und Batman wird von Matt Wagner gezeichnet, dessen Schaffen wiederum von Tomeu Morey mit Farben versehen wird. Dabei ist es bezeichnend (pun intended), dass Tomeu Moreys Farben weitaus mehr zu Gesamtbild beitragen als Wagners oft doch sehr klobigen Zeichnungen. Man will zwar von Wagners Zeichnungen nicht angewidert wegschauen, doch wirklich ansprechend sind sie nicht.

Vielleicht liegt das aber auch daran, dass Wagner neben Weeks auch noch Tony S. Daniel als Kollaborateur in diesem Band hat und dieser die „Spur der Bestie“ Story übernimmt. Auch hier arbeitet Tomeu Morey zu und verleiht den wahnsinnig detaillierten Paneelen die passenden Farben. Und eigentlich könnte man jetzt über zig Seiten hinwegschwärmen wie toll Tony S. Daniels Zeichnungen sind, doch im Endeffekt muss man es nur so sagen: wer schon mal sein Werk gesehen hat, wird sich sofort heimisch fühlen. Daniels weiß einfach eine Story mit Detailreichtum, Dynamik und Bombast zu versehen wie kaum ein anderer.

Fazit

Wie geht das Sprichwort doch: Das Ganze ist nur eine Summe seiner Teile. Und genau so kann man auch Batman Paperback 8 zusammenfassen. Einzeln gesehen bewegen sich die Storylines durchaus auf einem soliden („Spur der Bestie“, „Der Bessere von uns“) bis sehr gutem („Eisige Tage“) Niveau. Es wird gekonnt auf die geplatzte Hochzeit, über deren Qualität man sich an anderer Stelle streiten kann, eingegangen und die Figur des Batman gekonnt und nachvollziehbar vorangetrieben. Zudem lässt Tom King dabei durchscheinen, dass noch weitaus mehr auf Batman und die Leserschaft wartet und dass diese dunklen Tage des Batman erst der Anfang waren.

Während also der Inhalt sich auf einem ordentlichem Niveau bewegt und die Optik bis auf kleinere Ausreißer auch zu überzeugen weiß, steht die Frage nach einem Fazit im Raum. Und man kann ganz klar eine Kaufempfehlung aussprechen. Die Storys bringen der Batman Reihe neuen und frischen Wind in die Segel ohne sich dabei aber zu sehr von der bisherigen Richtung der Geschichte zu entfernen. Selbst Zweifler des bisherigen Runs von Tom King können in „Eisige Zeiten“ durchaus wieder Grund finden, die Reihe weiterzulesen.

Autor: Tom King

Zeichner: Lee Weeks, Matt Wagner, Tony S. Daniel

Inhalt: Batman #51-57

Preis: 19€ (27€ Hardcover)

Erstveröffentlichung: 12.01.2021

Format: Softcover und limitiertes Hardcover

Seiten: 172

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

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2 Antworten

  1. Felix sagt:

    Was ist mit Batman 51-57 gemeint? Bei panini kommt gerade glaube ich erst die Ausgabe 47 raus. Bin ein bisschen verwirrt.

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