Rezension: Batman: Der weiße Ritter – Harley Quinn

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

Inhaltsverzeichnis

[Panini Backcover]

Harley Quinn auf Mörderjagd!

In Gotham City hat sich vieles verändert, seit der Joker tot ist und Bruce Wayne wegen seines Kreuzzugs als Batman zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Aus dem düsteren Moloch ist eine Stadt mit Zukunft geworden, mit weniger Verbrechen und Korruption. Dann aber schlägt ein neuer Serienmörder zu und der hat es auf alte Filmstars abgesehen. Um den Täter zu fassen und weitere Tote zu verhindern, braucht die Polizei die Hilfe der Psychologin Harleen Quinzel, die einst die Gehilfin des Jokers war, denn niemand kennt sich besser mit irren Killern aus als sie. Und so geht Harley Quinn auf Mörderjagd…

Review

Sean Gordon Murphys Konzept von „Batman: Der Weiße Ritter“ schlug ein wie eine Bombe und begeisterte Fans wie Kritiker. Kein Wunder, dass daraufhin erstes Nachfolgematerial in Form eines One-Shots sowie der Limited Serie „Der Fluch des weißen Ritters“ erschien. Doch nun ist die „Batman-Ära“ in Murphys Universum vorbei, doch vor uns liegt ein weiterer Band, der im selben Universum spielt. Im Zentrum steht Harley Quinn, die sich nicht nur großer Beliebtheit erfreut sondern auch in dem Murphy-verse eine besondere Stellung einnimmt. Doch nicht nur ein neuer Protagonist lässt aufhorchen, auch ist der Band der erste Titel den Murphy nicht illustriert oder gar alleine schreibt. Ob also mit diesem ersten „Spin-Off“ die Qualität beibehalten werden kann oder man Abnutzungserscheinungen erkennt, steht im Fokus dieser Rezension.

Inhalt

Zwei Jahre sind seit den Ereignissen von „Batman: Der Fluch des weißen Ritters“ vergangen und tatsächlich befindet sich Gotham seit dem Tod des Jokers und Bruce Waynes Inhaftierung in einem Aufschwung. Der Stadt geht es besser, sie wirkt friedlicher und die meisten Bewohner profitieren davon. Eine der wenigen Ausnahmen ist jedoch Harleen Quinzel, die nun zwar als Mutter einerseits Erfüllung findet aber abseits davon orientierungslos herumirrt. Denn wer stellt schon eine ehemalige Verbrecherin ohne Approbation ein? Dies ändert sich als das GCPD ihre Hilfe für eine neue Mordserie benötigt, die ausschließlich alte Filmstars als Opfer hat. Also beginnt Harleen sich neu zu ordnen und macht Jagd auf den Störenfried.

Zu Beginn muss man Sean Gordon Murphy und Katana Collins viel Lob aussprechen, denn der Auftakt ist grandios geschrieben. Man fühlt sich sofort trotz Zeitsprung von zwei Jahren in dem neuen Gotham wohl und darf der sympathischen Protagonistin durch ihren leicht chaotischen Alltag folgen. Dabei präsentieren sie der Leserschaft ein gelungen abwechslungsreiches Bild von Harley Quinn, das man in der Form sicherlich selten so sieht. Kaum ist noch etwas von der überdrehten Gehilfin zu sehen, stattdessen hat man eine erwachsenere Version der Figur, die aber noch ein wenig mit ihrer Aufgabe zu hadern hat. Und diese Charakterisierung bzw. die Entwicklung davon trägt den Band auch zu großen Teilen souverän. Dies gelingt Murphy und Collins zudem durch die eingestreuten Flashbacks in Harleys Anfangstage an der Seite des Jokers. Da sie hier zwar einerseits bekannte Elemente nutzen, diese aber nicht dominant einsetzen, bleibt Raum für neue Wege und Aspekte. Und diese funktionieren exzellent, sodass man an der Entwicklung der Protagonistin seinen Spaß hat.

Leider kommen hier auch ein paar „abers“. Das erste „Aber“ ist der Gebrauch anderer Figuren. Anders als in den vorigen Bänden des Murphyverse, fallen viele Nebencharaktere durchs Raster und dienen einzig und allein als Plotdevice. Das ist dahingehend schade, da einige Figuren wie z.B. Renee Montoya, Duke Thomas und auch Debütanten weitaus mehr Raum verdient hätten. Darin ebenfalls enthalten sind die raren wirklich interessanten Dynamiken unter den Figuren, da sich nahezu alles um Harley dreht. Das zweite „Aber“ ist die Menge an Flashbacks. Ja sie sind zum Teil nötig zum Verständnis der Entwicklung von Harley Quinn, sind aber sehr zahlreich und zerreißen regelmäßig den Lauf der Handlung der Gegenwart. Damit wären wir beim dritten und letzten „Aber“, denn die eigentliche Hauptstory ist im Grunde zwar solide, wirkt aber an zentralen Momenten sehr sprunghaft und gehetzt.

Optik

Auch visuell ist der Band anders als die anderen Bände zuvor, denn nicht Murphy selbst sondern Matteo Scalera zeichnet den Band. Man muss sagen, dass Scaleras Stil recht nah an Murphys Stil ist und man somit hier ein recht homogenes Gesamtbild präsentiert bekommt. Prinzipiell ist Scaleras Art zu zeichnen durchaus ansehnlich. Die Action ist dynamisch, aber nicht unübersichtlich. Die Charaktermomente haben eine nette Eigendynamik und können auch mit ein wenig Witz und Finesse beweisen. Seien es kleine Momente wie ein abendlicher Besuch von Duke Thomas bei Harley, ein Tag im Park oder die Auftritte von Harleys Kindern: Alle Momente wissen den Leser von sich einzunehmen.

Fazit

Der Band ist für Fans des „Murphyverse“ oder von Harley Quinn und für Komplettisten durchaus ein Muss. Das Universum, das man in den von Sean Gordon Murphy geschriebenen Bänden kennenlernte, wird hier gekonnt weiterentwickelt und erzählt eine spannende neue Geschichte eines sich entwickelnden Gothams. Dies wird exemplarisch an seiner Protagonistin gezeigt ohne dabei jedoch in allseits bekannte Handlungsmuster zu verfallen. Durch diesen teils sehr frischen Ansatz altbekannter Geschichten kombiniert mit einem wachsenden Universum, weiß der Band zu überzeugen. Da vermag man es durchaus zu verschmerzen, dass es nicht an allen Ecken glatt läuft. Die Story ist teils recht sprunghaft, die Flashbacks nehmen viel Platz ein und einige Figuren wirken recht zweidimensional. Aber da dies das Gesamtbild mit der stimmigen Optik von Matteo Scalera nicht zu sehr stört, ist das Meckern auf ganz hohem Niveau.

Denn unterm Strich ist „Batman: der weiße Ritter – Harley Quinn“ ein willkommener Zuwachs für das Murphyverse und wird oben genannte Gruppen durchaus für sich gewinnen. Und wer jetzt Lust hat, den Band zu lesen: gönnt ihn euch im Gesamtpaket mit Batman: Der weiße Ritter und Batman: Der Fluch des weißen Ritters. Es lohnt sich.

Autor: Sean Gordon Murphy, Katana Collins

Zeichner: Matteo Scalera

Inhalt: Batman: White Knight presents Harley Quinn #1-6, Harley Quinn Black+Red+White Chapter 6

Preis: 19€ (29€ Hardcover)

Erstveröffentlichung: 21.09.2021

Format: Softcover und limitiertes Hardcover

Seiten: 164

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

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