King Sharks Haikäfig #1

Im Rahmen von Matt Reeves „The Batman“ keimten große Diskussionen auf. Ben Affleck als Batman zu schassen, die Suche nach einem Nachfolger und Robert Pattinson als neuen Batman zu casten waren dominierende Themen. Auch die Entscheidung aus einem Einzelfilm direkt eine Trilogie zu machen wurde rege diskutiert. Während die Kommentarsektionen bezüglich des Hauptdartsellers mit schlechten Twilight Witzen (Batman funkelt auch in Lego Movie 2!) und prinzipiellen Schwarzsehertum gefüllt wurden, kam mir dabei ein Gedanke:

These: DC täte gut daran Batman erst einmal aus den Filmen zu verbannen!

Wieso fragt ihr euch? Nun, das will ich in der ersten Ausgabe dieser Kolumne darlegen.

Das Gegenargument – Wieso Batman bleiben sollte

Bevor ich mich darauf stürze wieso Batman quasi Batcave-Hausarrest bekommen soll, möchte ich durchaus ein paar Aspekte anbringen, weshalb ich neue Batman Filme nachvollziehen kann.

Natürlich ist es mehr als offensichtlich, dass Batman Filme finanziell durchaus erfolgreich sind. The Dark Knight und The Dark Knight Rises waren beide mal in den Top 10 der erfolgreichsten Filme aller Zeiten und haben etwas über 1 Millarde Dollar eingespielt. Auch die anderen Batman Filme waren, bis auf vielleicht Batman v Superman, Kassenmagnete. Somit ist es aus wirtschaftlicher Sicht natürlich naheliegend, dass DC bzw. Warner weiter Batman ins Kino bringt. Auch die Qualität war überwiegend ja gut, so haben Burtons erster Batman und The Dark Knight von Nolan jeweils Oscars eingefahren!

Mir ist auch bewusst, dass die Figur einfach verdammt beliebt und bekannt ist. Selbst wenn man Comic-fremde Personen fragt, ist Batman neben vielleicht Superman und mit Abstrichen auch Wonder Woman, der erste Superheld der den meisten Leuten einfällt. Das Logo prangt auf viel Merchandise, es gibt Lego, Spiele, Serien…auch hier ist der finanzielle Aspekt durchaus gegeben. Die Figur ist einfach eine Säule von DC, die man eigentlich nicht wegdenken kann.

Das Batman Problem

Die Problematik des dunklen Ritters ist eigentlich auf ein Wort herunterzubrechen: Übersättigung. Seit 30 Jahren flattert Batman schon in gewohnter Regelmäßigkeit über die Kinoleinwände. Kein Jahrzehnt kann ins Land ziehen ohne einen Batman Film im Kino zu zeigen. Nicht falsch verstehen, ich liebe die Nolan Trilogie, die alten Filme der 80er und 90er sind Kindheitserinnerung und auch Batman v Superman kann ich mit der Zeit sogar etwas abgewinnen. Doch die Bestätigung von „The Batman“ für 2021 hat den Sargnagel für mich in die Figur geschlagen. Denn es offenbarte für mich einige Probleme, die die Figur mit der Zeit bekam. Dabei sind drei Aspekte, die ich im Folgenden betrachte, besonders relevant: der Cast des Batman, die Story und die Schurken.

Problem 1 – Viele kleine Batmen

Das offensichtlichste ist der Cast von Batman selbst. Innerhalb von 30 Jahren haben wir ganze fünf Batman Darsteller auf der großen Leinwand gehabt, von kleinen dänischen Block-Versionen, anderweitig animierten und Serienversionen abgesehen. Robert Pattinson wird sogar der sechste Fledermausmann in drei Dekaden. Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen. Das führt dazu, dass Zuschauer bei diesem Tempo meist den alten Darsteller gar nicht richtig aus ihrem Kopf verdrängen können und der Nächste schon im Anflug ist. Man bekommt somit aber auch nicht die Möglichkeit, dass man sich auf den neuesten Teil freuen kann (sofern er nicht zum Vorgänger dazugehört), weil einfach gefühlt kaum Zeit dazwischen vergeht. Die ersten drei Batman Wechseln fanden über gerade mal fünf Jahre statt und die Ära „Bale-Affleck-Pattinson“ brauchte auch gerade mal sieben Jahre. Das ist ein Verschleiß an Batman, so viele Robins kann man gar nicht produzieren.

Dazu wird der neue Batman anscheinend auch niemals den Ansprüchen der Fangemeinde gerecht, sodass man den Anschein hat nur Kevin Conroy oder Adam West sind die einzig wahren Batman. An Keaton wurde früher viel bemängelt, Val Kilmer rutscht irgendwie völlig durchs Raster, bei der Erwähnung von George Clooney suchen einen Nippelpanzer in den Träumen heim, Bale war maximal zu britisch, Affleck zu steif, zu alt oder einfach aus Prinzip scheiße und Pattinson wird der Glitzer von den „Fans“ hinterher geworfen, bevor er etwas getan hat. Den Mantel von Batman, den man geschaffen hat, ist so groß, dass man selbst einen perfekten Batman züchten könnte und alle fänden was daran zu meckern. Kurzum: Mit einer größeren Pause zu einem neuen Batman Film könnte DC sich die Zeit nehmen und nach einem neuen Darsteller umsehen und ihn bewusst präsentieren. Plant fest mit ihm und gebt der Figur Batman ein festes Gesicht. Doch um das zu erreichen muss der Charakter lange genug verschwinden um die Erinnerung verblassen zu lassen.

Problem 2 – Immer Schema B wie Batman

Das nächste Problem ist: man kriegt doch immer den gleichen Film geboten. Martha und Thomas Wayne haben langsam so viele Bildschirmtode, dass sie beide von Sean Bean gespielt werden müssten und Bruce Wayne schwört seinen ewigen Eid öfter als Green Lanterns den ihren. Meist muss er sich als Batman dann mit der Polizei arrangieren und die Dynamik mit Jim Gordon aufbauen, verhindert dabei die Vernichtung von Gotham und ist der Held, den Gotham braucht aber nicht verdient. Und irgendwo taucht immer dann ein Joker auf, wenn man ihn gerade braucht. Und immer ist es dasselbe Thema, das Batman verkörpert und leider eindimensional macht: „I am the night. I am the vengeance. I am Batman“. Die Figur hat damit völlig ihren Reiz verloren, weil man im Endeffekt immer nur die gleiche Geschichte vorgesetzt bekommt. Warum nicht mal den Detektiv Part von Batman betrachten? Oder eine wirklich gute Mentor-Sidekick Story schreiben? Oder etwas Mystisches aufziehen wie aktuell Batman Damned? Batman hat so viele Facetten, aber man klammerte sich bisher an ein stumpfes Thema. Das macht die Filme im Grunde doch nur fade und nimmt ihnen den Reiz des Neuen. Da könnte man mit einer großen Pause gegen angehen. Selbst ausgelatschte Pfade können mit genügend zeitlicher Distanz und vor allem neuen Impulsen einen neuen Reiz bekommen. DC könnte die Zeit nutzen und einen wohl geplanten Film (oder eine Trilogie) zu planen, der in die Fußstapfen von Nolan treten kann!

Problem 3 – Die üblichen Verdächtigen

Eigentlich ist Batman dafür bekannt die wohl breiteste und vielseitigste Schurkengalerie überhaupt zu haben. In den Comics könnte Batman wahrscheinlich alle sechs Hefte einen Gegner abspeisen und würde sich erst nach Jahren wiederholen, was viel vom Reiz der Figur ausmacht. Doch bei den aktuellen Gerüchten zu „The Batman“ entfleucht mir maximal ein Gähnen: Riddler, Pinguin, Catwoman….Es gibt so viele unverbrauchte Gegner aus denen man wählen könnte! Der Rat der Eulen, Hugo Strange, Hush, Azrael und der St. Dumas Orden und viele mehr waren noch nie auf der Leinwand zu sehen. Alle hätten dazu noch die Möglichkeit der Story einen interessanten neuen Aspekt zu geben. Auch Red Hood wäre ein toller Gegenpart für Batman, den viele Fans wahrscheinlich auch sehen wollen (Jensen Ackles, wir sehen dich) und müsste dabei nicht mal einen extrem großen Aufbau bekommen. Selbst Schurken von anderen Helden würden bei Batman funktionieren, was man ja in diversen Crossovern merkt. Zur Hölle, selbst Kite-Man oder die schnöde Mafia wären spannendere Gegenspieler. Aber nein es werden die bekannten Gesichter genommen, die man im Kino und in Serien zur Genüge gesehen hat: Catwoman, Riddler, Pinguin, eventuell auch noch der Joker…es ist doch nur noch dröge. Klar, Figuren wie Catwoman und Joker haben durchaus ihre Daseinsberechtigung, wirken aber nach der dritten oder vierten Adaption auch auserzählt. Welche Geschichten will man mit den immer gleichen Schurken denn erzählen, die man nicht schon kennt? Auch hier, wie bei Problem 2, wird der Reiz der Figur vollkommen eingeschränkt und auf ein schnödes Muster heruntergebrochen. Ähnlich wie in Punkt 2 könnte eine längere Pause helfen der Schurkengalerie neuen Reiz zu verleihen und vielleicht springen im Zusammenspiel mit der Story auch spannende Ideen dabei raus.

King Sharks Resümee

Wie eingangs erwähnt, krankt Batman an einer absoluten Übersättigung sowie mangelnder Kreativität. Die Figur wirkt, obwohl sie es nicht sein müsste, vollkommen auserzählt und austauschbar. Für eine eigentliche Gallionsfigur ist das definitiv ein Todesurteil und deswegen wäre eine längere Pause, um dann mit frischem Schauspieler und Storyansätzen zurückzukehren, mehr als sinnvoll. Die Comics sind doch voll mit interessanten Vorlagen, wo man nicht die ewig gleichen Schurken oder Aspekte sieht! Holt den Reiz des Comic Batmans wieder auf die Leinwand indem ihr ihm eine Pause gebt und an besagten Problemen feilt. Bis dahin können Helden wie Aquaman, Wonder Woman und Shazam die Lücke locker füllen.

Wie seht ihr das? Würdet ihr wie ich eine Batman freie Zeit begrüßen? Oder welche Argumente habt ihr dagegen einzuwenden?

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