Rezension: Green Lantern 1 – Pfad in die Finsternis

Vorab geht wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics Deutschland, die das Rezensionsmaterial gestellt haben!

[Panini Backcover]

HAL JORDAN GEGEN DEN GANZEN KOSMOS!

Das Universum ist ein gewaltiger, absonderlicher und verdammt gefährlicher Ort! Niemand weiß das besser als Hal Jordan, einer der Weltraum-Cops des kosmischen Green Lantern Corps! Er muss sich nicht nur mit Weltraum-Vampiren, Sun-Eaters und der abstoßenden Spinnengilde herumschlagen, auch sein Heimatplanet, die Erde, wird entführt. Das kann selbst dem härtesten Space-Cop zu viel werden – doch sollte Hal wirklich die Seiten wechseln, als ihm die gnadenlosen Blackstars ein entsprechendes Angebot machen? Um zu deren finsterer Schutzmacht zu gehören, muss Hal zunächst über die Leiche seines Freundes Adam Strange gehen…

Review

DC hat den Green Lantern Kosmos zuletzt stark geschrumpft. Statt zwei Reihen, eine um das Corps und Hal Jordan sowie eine um die Neulinge Simon Baz und Jessica Cruz, wird es nun wieder eine einzelne Reihe geben, die sich einzig und allein um Hal Jordan drehen soll. Als Autor wurde niemand geringeres als Grant Morrison verpflichtet, der zugleich mal ankündigte den Fokus der Reihe wieder mehr auf den „Space-Cop“ zu legen. Ob dieser Wandel weg vom Sci-Fi und hin zum Krimi funktioniert: das soll die Rezension zeigen.

Inhalt

Der Anfang ist recht übersichtlich: während das Green Lantern Corps im All für Ordnung sorgt, „genießt“ Hal Jordan auf der Erde seinen „Urlaub“. Die Anführungsstriche deswegen, weil Hal anscheinend mal wieder vom Dienst suspendiert wurde und so auf der Erde die Zeit totschlagen muss. Als jedoch ein Gefangenentransport mit einer verletzten Green Lantern unweit von ihm abstürzt, verschlägt es Hal wieder ins All. Dort wird er von den Wächtern des Universums mit äußerst pikanten Ermittlungen beauftragt, die zugleich eine größer angelegte Verschwörung aufdecken sollen.

Eigentlich kann man alles, was man aus den vorigen Reihen kannte, getrost beiseiteschieben. Die Entwicklungen um das Corps aus den beiden Rebirth Reihen und allem was vom New 52 ausging scheint hier fast gänzlich irrelevant zu werden. Es gibt zwar durchaus die eine oder andere Anspielung auf aktuelle Geschehen des DC Kosmos, doch mehr Verbindungen bestehen augenscheinlich nicht. Das macht die Reihe durchaus einsteigerfreundlich, wirft aber die Frage auf wieso DC sich überhaupt die Mühe gemacht hat, den Status Quo der Green Lanterns aufzubauen.

Von der Story her ist dieser Green Lantern Band eine simple „Cop-Story“. Zwar ist das Setting im Weltraum, aber Hal Jordan und seine Corps Kollegen verhalten sich allesamt wie in einer waschechten Krimi-Serie. Das unterhält definitiv und hat auch ein gewisses Alleinstellungsmerkmal, krankt aber auch an ganz klaren Stellen. Morrison bewegt sich in bekannten Mustern und bedient sich etablierter Elemente. Einige Wendungen der Geschichte sind, wenn man nicht ganz blind ist, sehr vorhersehbar und die großen Offenbarungen, die sich darauf beziehen, kann man auch meist weit im Voraus erahnen. Somit ist Grant Morrisons Geschichte gut zu lesen und macht auch Laune, wirkt aber oft etwas altbacken und vorhersehbar.

Optik

Was soll man schon groß zur Optik sagen. Liam Sharp als Zeichner für die Reihe zu verpflichten erwies sich als perfekte Wahl. Über den generellen Anspruch bzw. die Qualität von Sharps Zeichnungen gibt es keine zwei Meinungen, denn diese sind unangefochtenes Top-Niveau wie man es erwartet. Was hier viel mehr überrascht bzw. überzeugt sind zwei andere Dinge. Erstens ist es Sharps Spiel mit der Seitenaufteilung. Das Spiel mit Paneelen und Leerräumen in Seiten sowie dem unglaublich subtilem aber stringenten Erzählfluss in der Aufteilung ist einfach überragend. Seiten ohne klare Trennung der einzelnen Paneele sind ebenso übersichtlich wie jene mit dem klassisch weißen Trennbalken. Apropos klassisch, denn dies ist der zweite Punkt. Während Morrisons Autorenwerk meist etwas zu altbacken wirkt, kann Sharp in den Zeichnungen die richtige Balance halten. Es gibt immer wieder Paneele in denen man sich etwas in frühere Comiczeiten versetzt fühlt und die Nostalgie sprüht. Gleichzeitig wirken die Zeichnungen nie gänzlich angestaubt, sondern haben genug moderne Einflüsse inne.

Fazit

Grant Morrison führt mit dem Band die Richtung der Green Lanterns in eine vollkommen andere Richtung als bisher und verpasst dem Kosmos eine heftige Entschlackungskur. Wem die vorigen Reihen bis unter dem Rebirth Banner gefielen, wird hier eher ernüchtert den Band zur Seite legen bzw. sollte sich den Kauf gut überlegen. Für Einsteiger und Nostalgiker ist der Band aber ein wahres Leckerli, denn die Geschichte ist stringent erzählt und kann, einigen Spannungsmängeln zum Trotz, ordentlich unterhalten. Visuell kann man dem Band dazu nichts ankreiden und wer Fan von Liam Sharp ist, wird hier seine helle Freude haben.

Bestellen

Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

Autor: Grant Morrison

Zeichner: Liam Sharp

Inhalt: Green Lantern #1-6

Preis: 16,99 Euro (23 Euro als Variant)

Erstveröffentlichung: 03.09.2019

Format: Softcover

Seiten: 156

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