Rezension: Catwoman 1 – Copycats

Wie immer ein großes Dankeschön an Panini Comics Deutschland für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

[ Panini Backcover]

STREUNERIN MIT GEBROCHENEM HERZEN

Im kalifornischen Villa Hermosa versucht Catwoman ihre geplatzte Hochzeit mit Batman zu überwinden. Dabei weiß niemand besser als Selina Kyle, dass man seiner Vergangenheit nicht davonlaufen kann. Allerdings mangelt es in ihrem neuen Revier keineswegs an Ablenkungen: Die schön, selbstbewusste Meisterdiebin bekommt es mit Catwoman-Nachahmerinnen, korrupten Cops und düsteren Machenschaften in einer psychiatrischen Klinik zu tun, und hinter allem steckt eine ebenso mächtige wie skrupellose Politiker-Familie…

Review:

Wie der Klappentext verrät, knüpft die neue Catwoman Reihe direkt an die Ereignisse von Batman 26 (also US Heft #50) an. Die Hochzeit zwischen Catwoman und Batman ist leider gefloppt und nun übernimmt Joëlle Jones, die erste Solo-Reihe von Catwoman seit dem New 52.

Jetzt stellt sich die Frage: ist die neue Reihe eher ein Neustart für die Figur? Wird dem großen Bruch mit Batman Tribut gezollt? Welchen stilistischen Weg nimmt die Geschichte?

All die Frage beantwortet der erste Band schon fast.

Inhalt:

Den Auftakt des Bandes kann man ein wenig vorhersehen. Selina Kyle zerstreut sich in ihrer neuen Heimat Villa Hermosa, es gibt eine Verwechslung und schon beginnt die übliche Hetzjagd mit der Polizei. Autorin Jones nutzt diesen recht lockeren aber auch standardisierten Beginn dazu dem Leser und vor allem Neueinsteigern den Charakter von Catwoman näherzubringen. Das funktioniert gut und die ersten beiden Hefte des Bandes lassen eine flott erzählte Gangster/Mafiosi-Story erhoffen. Außerdem bekommt man immer wieder Einblicke in Selinas Psyche und wie sie mit der geplatzten Hochzeit umzugehen scheint.

Der Mittelteil des Bandes konzentriert sich dann etwas mehr auf Charakterbildung. Joëlle Jones beweist hier ein ganz passables Geschick ihre Heldin und deren Gegenspielerin passend zu positionieren. Selina Kyle erhält hier eine nötige Emotionalität, während die Schurkin absolut skrupellos erscheint. Dazu ist noch nennenswert, dass Jones den Kosmos von Catwoman wieder ein wenig um altbekannte Elemente erweitert.

Im finalen Drittel schwächelt Jones Arbeit dann etwas. Die Geschichte wird leider etwas abrupt weitergeführt, wirkt sehr sprunghaft und viele Entwicklungen wirken widersprüchlich mit dem vorigen Aufbau. Dennoch wird Handlung spannend inszeniert und hat Elemente, die man auch so von einer Catwoman Story erwartet.

Optik:

Die Optik des Bandes wird ebenfalls fast komplett von der Autorin Joëlle Jones übernommen. Einzige Ausnahme sind die Flashbacks in Heft #4, diese übernimmt Fernando Blanco. Den Stil von Jones kann man als ein wenig eigen bezeichnen. Prinzipiell kann man den Zeichnungen gut folgen und sie bieten passend zur Handlung Dramatik und Dynamik. Der Knackpunkt der Zeichnungen sind die Gesichter. Jones Stil pendelt irgendwo zwischen Minimalismus und einem leicht harten Strich, sodass die Mimik vieler Charaktere etwas flach und starr wirkt. Emotionen bekommen dadurch einen Hang zum leicht Überzeichneten, was ab und an groteske Gesichtszüge kreiert.

Fazit:

Im Gesamtpaket wirkt Catwoman 1 – „Copycats“ noch ein wenig unrund. Zwar kann Autorin Joëlle Jones durchaus den Auftakt des Bandes mit einer passenden Geschichte, ordentlichem Spannungsaufbau und atmosphärischem Setting versehen, im letzten Drittel schwächelt der Band aber etwas. Da es sich hier aber um einen ersten Band handelt, muss das noch nicht viel heißen und Fans der Figur und starker weiblicher Helden sollten hier einen Blick riskieren und darauf hoffen, dass in den kommenden Bänden das Potential weiterausgeschöpft wird.

Leseprobe

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Bildrechte liegen bei Panini Comics Deutschland

Autor: Joëlle Jones

Zeichner: Joëlle Jones, Fernando Blanco

Inhalt: Catwoman Vol. 5 #1-6

Preis: 16,99 Euro

Erstveröffentlichung: 18.06.2019

Format: Sofctover

Seiten: 148

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